Wie sicher sind Elektroautos?

Sind Elektroautos gefährlich? Wir beantworten alle Fragen

Brände von Elektroautoakkus:

Ja, Akkus können sich entzünden, dies geschieht in den meisten Fällen durch:

• mechanische Beschädigung, die dann einen Kurzschluss im Akku bewirken kann 

• elektrische Überlastung, wenn der Akku zum Beispiel überladen wird

• thermische Belastung, wenn zum Beispiel andere Fahrzeugteile brennen 

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt:

Die chemische Zusammensetzung von Lithium-Ionen-Akkus kann bei einem schon gelöschten Brand dazu führen, dass die Batterie sich von alleine wieder entzündet obwohl der ersichtliche Brand bereits gelöscht wurde. 

Dieser Gefahren sind sich Autohersteller durchaus bewusst und es gibt wirkungsvolle Maßnahmen, wie man diesen Gefahren begegnen kann. Bei Crashtests wird bei Elektroautos speziell darauf geachtet, dass sich die Batterie nach einem Crash nicht entzündet.
Es gibt in Elektroautos ein Batteriemanagementsystem (BMS), welches ständig den Ladezustand der Zellen überprüft und vor Tiefentladung und Überladung schützt.
Außerdem werden auch die Feuerwehr und bergende Rettungsdienste durch entsprechende Schutzausrüstung und Schulungen vor Gefahren geschützt.
Der wichtigste Faktor bezüglich der Sicherheit von Elektroautos ist aber folgender:

Wie oft brennen Elektroautos?

Fahrzeugbrände sind bei Elektroautos sehr selten und viel seltener als Brände bei Verbrennern und noch viel seltener als bei Hybridfahrzeugen.

Pro Jahr brennen in Deutschland etwa 15.000 Fahrzeuge, kleine Schmorbrände nicht mitgerechnet. Spezialisten des TÜV SÜD haben sich genau angeschaut, wie viele davon E-Autos waren. Ihren Angaben zufolge haben „Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor statistisch gesehen eine fünf- bis zehnmal höhere Brandgefahr„, wie Dr. Robert Hermann, Geschäftsbereichsleiter für Green Energy und Sustainability des TÜV SÜD in Österreich betont.

Verzerrte Wahrnehmung in den Medien

Leider wird diese Tatsache in den Medien leider anders dargestellt und viele Menschen, die sich noch nicht mit dem Thema befasst haben, haben große Angst davor, dass das Elektroauto brennt, weil sie in den Medien immer nur von brennenden E-Autos hören. Das liegt einerseits an der selektiven Wahrnehmung aber auch daran, dass keine Medien über brennende Benziner und Dieselautos berichten, sondern nur, wenn ein E-Auto brennt. 

Auch der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, der ADAC, die DEKRA und die Technische Universität Braunschweig versichern, dass E-Autos nicht gefährlicher sind als ein Auto mit gefülltem Benzin- oder Diesel-Tank. Ein brennendes Elektroauto erregt jedoch viel Aufmerksamkeit, da die Technologie noch neu ist und die Menschen sowie Medien dementsprechend aufmerksam sind.

Auch bei einer Befragung von ca. 2000 Personen, welche die Antriebsart ist, die am häufigsten brennt, antworteten 35 %, dass der Elektroantrieb ihrer Einschätzung nach für die meisten Fahrzeugbrände verantwortlich ist.

Was lernen wir daraus? Die Wahrnehmung und die Meinung in der Bevölkerung spiegelt nicht die Fakten wider. Laut unserem Faktencheck Brandsicherheit ist das Elektroauto nicht gefährlicher als ein Benziner oder Diesel-Auto. Bei Elektroautos besteht keine erhöhte Brandgefahr.

Der Akku brennt! Was nun?

Wie sieht es aber aus, wenn ein Elektroauto tatsächlich mal brennen sollte?
Bei der Brandbekämpfung von Elektroautos ist die richtige Vorgehensweise entscheidend.

Brennt einmal der Akku, sind drei spezielle Löschsysteme bekannt, die bei Elektroautoakkus zum Einsatz kommen: 

  • Eine Art große Wanne, die mit Wasser geflutet wird, in welche das Elektroauto gelegt werden kann. 
  • Besondere Brandschutzdecken 
  • Sogenannte “Löschlanzen”, die direkt in den Akku eingeführt werden können, um den Akku von innen zu löschen und zu kühlen.

Das größte Problem ist eindeutig der “Thermal Runaway”.
Das bedeutet, dass die Zellen der Batterie brennen und den Brand in einer Art Kettenreaktion an die benachbarten Zellen weitergeben. Das liegt daran, das Elektroautos eine Ansammlung von vielen kleinen Zellen sind, die nebeneinander angereiht sind. Entweder sind es runde Zellen ähnlich wie herkömmliche Batterien oder sogenannten Pouch-Zellen also flache Zellen. Wenn eine Zelle einmal brennt, besteht natürlich die Gefahr, dass sie benachbarte Zellen auch entzündet. 

Dass sich ein Akku ohne äußerliche Einwirkung von selbst entzündet, kommt in der Praxis sehr selten vor. Auch wenn immer wieder mal ein falschen Bild vermittelt wird. Vor kurzem erst durch den Versicherer AXA, der demonstrierte, dass ein Tesla sich nach einem Crash entzündet hatte.

Später wurde bekannt, dass dieser Brand nicht durch den Crash entstanden war, sondern kontrolliert entzündet wurde. 

Die AXA versicherte, dass die vermeintliche “Irreführung” dem Schutz der Zuschauer geschuldet war. Die Demonstration konnte daher nicht mit einer echten Batterie durchgeführt werden und der Brand musste kontrolliert entzündet werden. 

Der Schaden am Unterboden des Fahrzeugs hat den Batteriebrand also nicht ausgelöst, das hat die AXA auch eingestanden, ebenso wie dass nicht explizit genug darauf hingewiesen wurde. 

Aber genau durch solche Berichte kommt die vorherrschende Meinung in der Bevölkerung zustande.
Also liebe Leute, lasst euch nicht in die Irre führen von Schockmeldungen.

Die Verantwortung des Hersteller 

Hersteller von Elektroautos und Elektroautoakkus treffen sowohl technisch als auch im Hinblick auf das Material alle Vorkehrungen, um die Sicherheit zu garantieren. Akkus von Elektroautos können sich daher nur bei extremer mechanischer Beanspruchung oder bei lang andauernder, starker Erhitzung entzünden.

Das Tesla Model 3 zum Beispiel zählt zu den sichersten Autos weltweit.

Da die Beschädigung der Batterie zum größten Risiko bei einem Unfall gehört, unternehmen die Autohersteller auch große technische Anstrengungen, um den Akku bestmöglich gegen Deformationen zu schützen.

Bei einem Unfall werden alle Stromverbraucher und auch alle Zuleitungen automatisch spannungsfrei, sodass sich Insassen und Sanitäter nicht vor einem Stromschlag fürchten müssen. 

Elektroautos müssen ebenso wie Verbrennerfahrzeuge strenge technische Vorgaben erfüllen und werden ausgiebig getestet bevor sie für den europäischen Markt zugelassen werden.

Moderne Lithium-Ionen-Akkus emittieren auch keine sogenannten „Ladegase“, also es kann zu keinen Verpuffungen kommen, wie es noch bei Blei-Säure-Batterien der Fall war.

Elektroautos schneiden bei Crashtests gewöhnlich sehr gut ab. Wie erwähnt zählt das Tesla Model 3 zu den sichersten Autos der Welt. Auch der Polestar 2, das reine Elektroauto des Tochterunternehmen von Volvo, kann ein hervorragendes Crashtest-Ergebnis und damit Sicherheit vorweisen. 5 von 5 Sterne attestieren die Tester von EURO-NCAP.

Gefahr für Fußgänger

Die Gefahr für Fußgänger besteht aufgrund der geringen Lautstärke beim Fahren eines Elektroautos.

Elektrofahrzeuge sind sehr leise. Vor allem bei Geschwindigkeiten bis 20 - 30 km/h, wo das Abrollgeräusch der Reifen noch nicht besonders laut ist. Das ist einerseits ein Vorteil - durch die geringere Lärmbelästigung - andererseits aber auch ein Nachteil für Fußgänger und Radfahrer, weil Elektroautos bei geringen Geschwindigkeiten fast lautlos sein können. Besonders Verkehrsteilnehmer mit Sehbehinderung aber auch Fußgänger und Radfahrer sind daran gewöhnt, das Verkehrsgeschehen mithilfe akustischer Informationen einzuschätzen.
Das Fehlen einer solchen Information kann gefährlich sein. 
Es wurde daher EU-weit die Regelung getroffen, dass Elektroautos bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h einen akustischen Fahrton aussenden müssen, um gehört zu werden. Ab ca. 20 km/h überwiegt ohnehin das Abrollgeräusch der Reifen und die Fahrzeuge sind auf diese Art wahrnehmbar. Autohersteller sind daher ab Juli 2021 dazu verpflichtet ein Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) in ihre Fahrzeuge einzubauen. Das AVAS hilft dabei, die Fahrzeuge hörbar zu machen und Unfälle zu vermeiden. Manche Elektroautos bekommen einen Ton komponiert von Hollywood-Starkomponist Hans Zimmer und hören sich fantastisch an, andere E-Autos werden zur Geräuschbelästigung für Fahrer und Fußgänger.


Eigene Fahrsicherheit

Elektroautos beschleunigen schnell! Das ist eine der Eigenschaften, die E-Autos überhaupt erst salonfähig gemacht haben und Tesla zu einem Superstar unter den Elektroautos hat werden lassen. Aber diese „explosive“ Fahreigenschaft erfordert einen sorgsamen Umgang mit dem Strompedal und verantwortungsvolles Verhalten des Fahrzeuglenkers.

Führt das hohe Drehmoment und die starke Beschleunigung also zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko?

Wenn man sich die Statistiken von Versicherungen ansieht, dann gibt es tatsächlich eine erhöhte Unfallquote bei E-Autos. 

Es lässt sich auch aus den Statistiken herauslesen, dass gerade leistungsstarke Elektroautos noch häufiger für Schäden durch selbstverschuldete Zusammenstöße verantwortlich sind.

Der Grund dafür ist tatsächlich die starke Beschleunigung.

Um dieses erhöhte Sicherheitsrisiko zu minimieren, ist es wichtig sein Elektroauto zu kennen und zu wissen welche Kraft es hat. Ungeschulte und vor allem junge Fahrerinnen und Fahrer können bei einem Elektroauto mit starken Motor auch in einem Fahrmodus starten, welcher nicht die ganze Kraft des E-Motors freisetzt. So kann man sich an die, im Vergleich zum Verbrennungsmotor, stärkere Beschleunigung gewöhnen. Auch wenn man sein E-Auto verleiht, könnte man darauf hinweisen zum Beispiel mit dem ECO Modus zu fahren oder auch jüngere Verkehrsteilnehmern sollte man nicht gleich mit dem Sportmodus losschicken. Ein Fahrsicherheitstraining mit dem Elektroauto kann auch helfen das Auto besser zu beherrschen. 

Am Ende geht es um Disziplin. Bei einem Verbrenner mit viel Leistung hört man die Kraft und ist sich bewusst, welches Geschoss man da unter dem Hintern hat. Bei Elektroautos und dem geräuschlosen Elektromotor kann man das nicht so leicht einschätzen. Gerade Menschen denen es an Selbstkontrolle fehlt oder unerfahrene Lenker sind hier natürlich besonders gefährdet.


Wie sicher ist das Laden eines Elektroautos?

Im Grunde kann man beim Laden eines Elektroautos weniger Falsch machen als beim Tanken eines Verbrenners.

Während geladen wird, ist das Ladekabel fest verriegelt und kann erst abgezogen werden, wenn kein Strom mehr fließt. 

Beim Laden wird das Bordnetz abgeschaltet.

DC-Ladestationen, also Schnellladestationen, haben eine Aufprallerkennung, die den Ladevorgang abbricht, sollte ein Aufprall registriert werden. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn ein anderes Fahrzeug auffährt. 

Auch die technische Ausgestaltung von Ladestationen ist gesetzlich geregelt. Hersteller müssen sich an die technischen Vorgaben zu Planung, Installation, Betrieb und Prüfung der Ladeinfrastruktur halten. 

- Ebenso haben sich die Elektroinstallationsbetriebe gemäß dem Stand der Technik, an alle Gesetze, Normen und Standards zu halten, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Sollte man sein Elektroauto zu Hause mit der normalen Schuko-Steckdose oder auf einem alten Bauernhof am Starkstrom laden, was man durch verschiedene Adapter durchaus kann, sollte man zumindest darauf achten, dass die Leitung zuhause oder am Bauernhof nicht zu alt oder vielleicht schon beschädigt ist. Denn durch alte Stromleitungen kann es tatsächlich zu einem Kurzschluss und im blödesten Fall auch zu einem Brand kommen. 

Wenn man nicht genau weiß, was man tut, ist es am besten, man lädt das Elektroauto nur an Elektroauto-Ladestationen und einer fachmännisch installierten Wallbox zu Hause.

Übrigens kann man zertifizierte und fachmännisch installierte Ladestationen oder Wallboxen auch in Tiefgaragen bedenkenlos nutzen.

Laden bei Regen und Nässe

Wie sieht es bei Regen und Nässe an den Ladestationen und am Ladestecker des Elektroautos aus? Wird es da gefährlich?

Wenn Strom und Wasser zusammenkommen, läuten bei vielen die Alarmglocken: Stromschlaggefahr!
Aber auch hier kann man beim Elektroauto Entwarnung geben: 

Wenn man Kabel und Ladestationen ordnungsgemäß bedient, droht einem kein Stromschlag. Nicht einmal bei Starkregen und Schnee.

Warum nicht?

Es gibt Abdeckungen und Vorrichtungen, die die Komponenten vor Wasser schützen, keine Kurzschlüsse zulassen und Funken im Keim ersticken. 

Strom fließt immer erst dann, wenn der Kontakt zwischen Kabel und Elektroauto oder Ladestation sicher geschlossen ist. Sobald der sichere Kontakt nicht mehr besteht, wird der Stromfluss unterbrochen, und zwar innerhalb von Millisekunden. 

Das Einzige, was man nicht tun sollte, ist, den Stecker innen nass werden zu lassen. Dann würde die Schutzschaltung den Stromfluss blockieren und man könnte nicht laden.

Also keine Angst: Auch bei Gewitter oder Schneefall kann man ein Elektroauto sicher laden, das übrigens, sollte tatsächlich mal ein Blitz einschlagen, genau wie ein Verbrenner als schützender faradayscher Käfig wirkt.


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