Stat E-Stics #65

 Tesla erhöht die Preise, welche Hersteller ziehen nach? E-Auto-Förderungen, Kia Niro EV, Nissan Ariya, Audi A6 e-tron, Hyundai Ioniq 5N

Preiserhöhungen bei Elektroautos

Diejenigen, die gerade dabei sind, sich nach einem neuen Elektroauto umzusehen, werden es kennen: Da überlegt man eine Nacht zu lange und plötzlich kostet das gewünschte Elektroauto um ein paar Tausend Euro mehr.

Vor allem Tesla sticht da sehr stark heraus, hier gab es schon Mitte März eine Preiserhöhung um jeweils 3.000 € in Deutschland für die Dual-Motor-Modelle. Das Model 3 mit Hinterradantrieb, also ehemals SR+, erfuhr damals noch keine Veränderung beim Preis, wurde nun aber vor gut einer Woche dann doch anständig teurer. Ganze 7.000 € mehr muss man jetzt für die eigentlich günstigste Version des Model 3 in Deutschland bezahlen.

Das ist aber nicht alles. Denn diese Änderung hat leider weitreichende Auswirkungen, und zwar für alle Käufer eines Model 3. Denn durch diese massive Preiserhöhung kostet das günstigste Model 3 in Deutschland jetzt mehr als 40.000 € netto, was den Grenzwert zwischen “kleiner” und “großer” Förderung darstellt und somit kommt es auch beim Kauf der Dual Motor Versionen zu einer weiteren passiven Preiserhöhung für den Endkunden.
Denn für die Einstufung der Förderung relevant ist immer nur die Basisvariante eines Modells, weswegen bisher auch die Modelle Long Range und Performance in den Genuss der höheren Förderung gekommen sind. Durch die Preiserhöhung des Model 3 Hinterradantrieb ist das aber eben - ab sofort - nicht mehr der Fall. Also kosten die Dual-Motor-Modelle nach der Erhöhung um 3.000 € Mitte März jetzt um weitere 1.500 € mehr, da die Förderung von 9.000 auf 7.500 € reduziert ist.

Nun der Blick in die Alpenländer:
Auch in Österreich und der Schweiz hat es Mitte März Preiserhöhungen bei Tesla gegeben, in Österreich um 2.000 € für das Modell Hinterradantrieb, ehemals SR+ und 1.000 € für die Long Range Variante. Die Performance-Version ist dagegen nicht teurer geworden. Was zu erwarten ist bei den Preisen, kann kaum vorhersagen, auch die letzten Preiserhöhungen für den Hinterradantrieb und den Dual Motor kamen ziemlich überraschend und ohne Vorwarnung. Macht es daher Sinn, jetzt zu einem Performance zu greifen, bevor dann die Preise weiter erhöht werden? Schwer zu sagen. Falsch macht man nichts, wenn man ein Model 3 Performance vor der Türe stehen hat, aber spekulieren auf einen erneuten Preisanstieg, damit man dann teurer wiederverkaufen kann, davon raten wir ab – das Restwertrisiko bei Elektroautos mit der derzeitigen rasanten Entwicklung gerade auch bei Batterietechnologien ist nach wie vor hoch. Dass die Fahrzeuge recht zeitnah wieder günstiger werden, das ist derzeit aber wohl sehr unwahrscheinlich. Also wenn man ohnehin einen haben will, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt.
Schauen wir auch kurz in die Schweiz – da kostet ein Model 3 Hinterradantrieb seit Mitte März 3.000 CHF mehr und ein Long-Range-Modell ist um 2.000 CHF teurer geworden.

Warum aber gab es bei Tesla so massive Preiserhöhungen? In Deutschland ist die Lage interessant, denn man könnte meinen, die Version Hinterradantrieb war bisher nur so günstig, damit KundInnen sich die große Förderung abholen können. Schließlich ist es nur in Deutschland so gewesen, dass der ehemalige SR+ derart günstig war im Vergleich zu anderen Märkten. Da die Förderung in Deutschland aber mit Jahresende ohnehin ausläuft und zahlreiche Varianten des Model 3 bei jetziger Bestellung erst im Jahr 2023 zum Kunden gelangen - könnte dieser Fakt tatsächlich eine Rolle dabei spielen, warum der Preis des Model 3 Hinterradantrieb in Deutschland jetzt so massiv angehoben wurde. Andersherum betrachtet ist es bloß eine Anpassung an die Preisstrukturen von Tesla in anderen Märkten.

Aber alle erhöhen ihre Preise, denn alle spüren nun die Auswirkungen der Corona Krise, des Halbleitermangels, der Produktionsstopps, der Inflation und der Rohstoffpreis-Erhöhungen - und dann kam ja auch noch der Russland-Ukraine Konflikt hinzu.

Werfen wir einen Blick zu den anderen Herstellern und was wir dort erwarten können:

Ford sticht da sehr stark hervor, da wurden die Grundpreise zum 1.4.2022 ebenfalls massiv und ohne Vorwarnung erhöht, vorerst nur in Deutschland, wobei Österreich und die Schweiz durchaus noch folgen könnten. So wurde der Mustang Mach-E SR um satte 8.500 € teurer und kostet nun mindestens 56.500 €.
Die Variante Extended Range mit Heckantrieb wurde um 7.700 € erhöht und kostet nun 62.950 € und der Extended Range mit Allradantrieb kostet seit 1.4. mindestens 69.700 €, wurde also um 5.500 € erhöht.


Auch VW hat die Preise erhöht, insgesamt 3 Mal in den letzten 12 Monaten. So wurden die Preise generell Anfang März 2021 um 1,8 % erhöht, Anfang September 2021 dann erneut um 1,5 % nach oben geschraubt. Und Anfang 2022 war dann nochmals eine Erhöhung um 2 % dabei. Natürlich sind auch das keine zu vernachlässigenden Zahlen, doch im Vergleich mit der Erhöhung des Mustang Mach-E SR um 17,7 % wirken 2 % doch deutlich harmloser. Die Deutschen wissen im Gegensatz zu den Amis, wie man Preise erhöht, ohne dass es den Kunden zu sehr auffällt.


Und was machen Hyundai und Kia? Die halten sich derzeit noch zurück, da hat es bisher in der jüngeren Vergangenheit keine Preiserhöhungen gegeben - also beim IONIQ 5, Kona oder e-Niro sowie auch nicht beim EV6. Könnten diese also jetzt folgen? Das ist die große Frage.


Das führt uns wieder zur Frage zurück, was denn die Ursache für die teilweise massiven Preiserhöhungen der Hersteller ist.

Bei VW mit den vergleichsweise kleineren Erhöhungen könnte man noch meinen, es würde sich um rein inflationsbedingte Preiserhöhungen handeln. Aber wo kommen fast 20 % beim Mustang Mach-E her? Und auch bei Teslas Model 3 Hinterradantrieb sind es in Deutschland zuletzt satte 16,28 % Preiszuwachs gewesen.

Also: Corona-Krise-Auswirkungen, Halbleitermangel, Produktionsstopps, Inflation, Rohstoffpreis-Erhöhung und der Russland-Ukraine-Konflikt. Die Ukraine ist ein wichtiger Standort für die Automobilfertigung mehrerer großer Marken, darunter auch der Volkswagen-Konzern. So war bereits mehrfach in letzter Zeit in den Medien zu vernehmen, dass Volkswagen Produktionsprobleme hat, weil wichtige Kabelbäume aus der Ukraine fehlen. Das hat Auswirkungen auf die Produktion, führte bereits dazu, dass Produktionswerke von VW in Deutschland temporär schließen mussten - was dann zusätzlich zu den COVID Auswirkungen weitere drastische wirtschaftliche Auswirkungen hat. Und schlussendlich bekommt das alles der Käufer eines neuen Autos zu spüren in Form steigender Kaufpreise und sehr langer Lieferzeiten.

Das ist aber nicht alles. Zu der tatsächlichen Preiserhöhung kommt jetzt noch die passive Erhöhung für uns Kunden durch Entfall von Förderungen hinzu. Deutschland trifft es da besonders hart, denn die sehr hohe Elektroautoprämie im Vergleich zu Österreich und der Schweiz läuft mit Ende 2022 aus. Viele Elektroautos haben allerdings Lieferzeiten, wo schon jetzt absehbar ist, dass eine Auslieferung noch im Jahr 2022 nicht mehr zu schaffen ist, teilweise sprechen wir sogar von einer Auslieferung erst 2024, wenn man jetzt im April 2022 bestellt. Was wirklich absurd lange ist.

Elektroauto-Förderung

Ende 2022 läuft die Förderung in Deutschland und Österreich aus. Doch Achtung, das bedeutet nicht, dass es dann gar keine Förderung mehr geben wird. Aufgrund der Coronakrise wurde in Deutschland für eine Unterstützung eines neuerlichen wirtschaftlichen Aufschwunges die sogenannte Innovationsprämie eingeführt, die eben dazu geführt hat, dass Käufer von Elektroautos bis zu 9.000 € Förderung erhalten können. Ab 2023 bis vorerst Ende 2025 gibt es weiterhin eine Förderung, allerdings nur noch den normalen Umweltbonus in Höhe von bis zu 6.000 €. Wie es nach dem Jahr 2025 genau weitergehen wird, steht derzeit noch in den Sternen – die deutsche Bundesregierung glaubt jedoch, dass eine weitere Förderung danach wahrscheinlich gar nicht mehr notwendig sein wird.

In Österreich haben wir derzeit bis zu 5.000 € Förderung auf Elektroautos, welche zumindest für 2022 gesichert ist. Was darüber hinaus geschehen wird, ist aber noch nicht fixiert worden.

In der Schweiz wird das aktuelle Förderprogramm als Roadmap 2022 bezeichnet, da jeder Kanton selbst über die Elektroauto-Förderung entscheidet. Anhand der Bezeichnung 2022 ist davon auszugehen, dass es ab 2023 zu Änderungen kommen kann. Wie genau es weitergehen wird, steht aber auch hier noch nicht fest.

Kia Niro EV

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Kia Niro EV (Quelle: electrive.net)

Der Kia Niro EV erfährt ein durchaus intensiveres Facelift, wir haben die aktuellsten News für euch:
Einiges haben wir euch bereits vorgestellt, doch Bilder vom Innenraum waren bisher noch rar. Das ändert sich jetzt, detaillierte Aufnahmen des Cockpits und des Kofferraumes lassen bereits erkennen, wie der neue Niro EV zu uns kommen wird. So hat der Kofferraum bis zu 475 Liter Stauvolumen. Das ist nicht schlecht für dieses Auto mit 4,42 m Außenlänge. Dazu kommen erstmals beim Kia Niro EV weitere 20 Liter Stauraum unter der Fronthaube, das reicht immerhin für das Ladekabel aus.

Und wo wir heute schon so stark beim Thema Preise von Elektroautos sind, können wir euch auch diesen vom e-Niro Facelift gleich mitteilen. Die Elektroversion wird nur mit dem großen Akku mit 64,8 kWh Kapazität angeboten und kostet vor Förderung ab 39.990 € in Deutschland und nach derzeitiger Förderung könnte er nur noch 30.420 € in Deutschland kosten, je nachdem ob eine Auslieferung vor Ende 2022 erfolgt oder erst danach. Preise für Österreich und die Schweiz gibt es noch keine.

Nissan Ariya

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Nissan Ariya (Quelle: Nissan)

Und auch vom Nissan Ariya gibt es neue Daten zu den Preisen. Das Modell kann ab sofort gegen eine Gebühr von 500 € reserviert werden, die Auslieferung soll dann schon diesen Sommer starten, also durchaus noch relevant für die Förderung. Der Preise beginnen bei 47.490 € in Deutschland vor Förderung. Preise für Österreich und die Schweiz sind noch nicht bekannt. Dafür bekommt man die Version mit 63-kWh-Akku, 420 km WLTP-Reichweite, Frontantrieb und 218 PS Motorleistung.
Wer sich gleich für die Topversion interessiert, der zahlt 62.990 € und bekommt 490 km WLTP-Reichweite sowie 306 PS Allradleistung für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 5,7 Sekunden.
Was am Ariya durchaus interessant ist, ist die Wechselstromlademöglichkeit nicht nur mit 11 kW, so wie das bei den meisten anderen Elektroautos der Fall ist, sondern optional auch 22 kW Ladeleistung möglich sind.

Audi A6 e-tron

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Audi A6 e-tron

Der Audi A6 e-tron wurde gesichtet.
Dieser war zusammen mit dem Q6 e-tron beim Wintertest. Der A6 e-tron hat vorne einen sehr kurzen Überhang und wird auch die neuen zweigeteilten Scheinwerfer des Q6 e-tron bekommen. Bei diesen Fotos ist nur die Limousinen-Version zu sehen, eine Kombi-Version wird auch noch kommen, vielleicht sehen wir die schon als Nächstes bei unseren wöchentlichen Elektro-Erlkönigen.

Hyundai Ioniq 5N

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Hyundai Ioniq 5N

Auch der neue Hyundai IONIQ 5 N, die Sportversion des IONIQ 5 wurde gesichtet.
Auf den Bildern ist schön zu erkennen, dass die hinteren Radkästen deutlich breiter sind als im normalen IONIQ 5 und die Bodenfreiheit augenscheinlich geringer ist. Im Interieur sieht es so aus, als würde der IONIQ 5 N sportlichere Sitze bekommen. Leistungsdaten gibt es zwar noch nicht offiziell, aber eine Leistung im Bereich um die 570 PS wird vermutet, also ähnlich wie beim Kia EV6 GT.


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