Stat E-Stics #54

NIO Schnellladen, VW ID.3 Facelift, VW e-up Rückkehr, Peugeot e-308, Fiat Centoventi, Tesla Cybertruck, Zulassungszahlen Österreich 2021

Nio Schnelladen

Das Laden von Elektroautos ist ein wichtiges Thema und muss sich ja oft zeitlich mit dem Tanken von Benzin messen. Bis jetzt gab es daher immer die eine Lösung: Die Akkus müssen besser werden. Jetzt aber kommt wieder Schwung in die Diskussion um alternative Lösungen, wenn es um die Reduktion der Ladestoppzeit geht:
Erst vor Kurzem hatten wir zum Beispiel über das neue Switch-Car-Programm von Renault berichtet, bei dem auf langen Strecken ein kostenloses Alternativfahrzeug zur Verfügung gestellt wird und jetzt hat auch NIO eine innovative Idee. Bei NIO ist die Idee, kein ganzes Auto zu tauschen, wie bei Renault, sondern lediglich den Akku auszutauschen. Das Prinzip ist zwar nicht neu, aber NIO könnte es nun etablieren. Das soll gelingen, indem es Stationen geben soll, zu denen ein NIO fahren kann, und wo dann ein leerer Akku gegen einen vollen ausgetauscht werden kann – und das in einer Geschwindigkeit, die mit dem Tankvorgang zu vergleichen ist. Das Ganze ist schon konkreter, als man vielleicht denken würde - der Tankstellenkonzern Shell hat sich nämlich in Europa schon zur Distribution dieser vollgeladenen Akkus zur Verfügung gestellt, ein gut angebundenes Netz wäre somit vorhanden. NIO möchte außerdem noch einen Schritt weitergehen und das System nicht nur NIO-Kunden zur Verfügung stellen, sondern auch allen anderen Fahrzeugen anderer Hersteller. Das würde aber wohl mit einem hohen Aufwand verbunden sein, schließlich ist die Idee, die Tausch-Stationen nach den Bedürfnissen von NIO-Fahrzeugen zu errichten, was wiederum bedeuten würde, dass Fahrzeuge anderer Hersteller sich diesen anpassen müssten, was Auswirkungen auf Akku-Abmessungen und somit auch Design des Fahrzeugchassis hätte. Tesla hatte in Kalifornien solche Akku-Wechselstationen schon sehr früh eingeführt, das Programm jedoch 2015 wieder eingestellt. Tesla hat sich stattdessen entschieden, mehr Supercharger zu installieren und das haben sie seither auch im großen Stil gemacht.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Umstellung? Ist das vielleicht die Zukunft, die wir hier sehen – vor allem für berufliche Langstreckenfahrer? Wir finden die Idee, leicht austauschbare Akkus zu haben, interessant – bei Videokameras hat der vorausschauende Kameramann auch immer einen Ersatzakku dabei. Allerdings sind wir doch sehr skeptisch, ob man irgendwann an den Punkt kommen wird, an dem die Akkus eine standardisierte Größe haben und so kompatibel sind, dass es wirklich herstellerübergreifend funktioniert. Man muss sich nur das Drama um die verschieden Ladeanschlüsse bei Handys ansehen.

VW ID.3 Facelift

Bei VW gibt es nach einigen weniger erfreulichen Nachrichten bezüglich Produktionsstopps wieder positive Nachrichten, denn ein Sprecher von VW Sachsen hat nun bestätigt, dass ein umfangreiches Facelift für den ID.3 geplant ist. Dieses Facelift soll in zwei Stufen kommen und das schon im Jahr 2023. Der ID.3 ist ein beliebtes Modell, allerdings gab es auch immer wieder Stimmen, die monierten, dass die Qualität der verbauten Materialien im Innenraum zu wünschen übrig lasse. Dessen nimmt VW sich jetzt an und möchte daher schon im Herbst das Interieur aufwerten. Später, in Schritt zwei, soll dann auch das Äußere des ID.3 angepasst werden, um generell noch attraktiver zu werden. Nicht bekannt ist aber, ob es auch technische Aufwertungen geben soll, schließlich sind die Elektromodelle von VW derzeit eher für eine solide statt technisch begeisternde Antriebstechnik bekannt. Obwohl das grundsätzlich gute Neuigkeiten sind, ist allerdings abzusehen, dass der ID.3 weiterhin wohl eher nicht bestellt werden kann, da das Werk Zwickau fast am Produktionslimit angelangt ist und auch weiterhin andere, teurere Modelle bei der Produktion bevorzugt werden. Tatsächlich scheinen die Lieferzeiten für den ID.3 derzeit bei 9 Monaten, bis hin zu einem Jahr zu liegen, sodass er für 2022 quasi ausverkauft ist.

VW e-up

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VW e-up

VWs Reaktion auf die Engpässe beim ID.3 ist aber durchaus interessant – der VW e-Up, dessen Produktion ja seit Ende 2020 pausiert, soll bald wieder bestellbar sein. Besonders in Deutschland war der e-Up im letzten Jahr ein richtiger Verkaufsschlager, da die Einstiegsvariante dank Umweltbonus ab knapp 13.000 € zu haben war. Dieses Mal soll der e-Up aber nur in einer umfangreich ausgestatteten Version zu haben sein, die bei 26.500 €, noch ohne Umweltbonus, beginnt.

Tesla Cybertruck

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Tesla Cybertruck (Quelle: Tesla)

Kommen wir von den einen Lieferschwierigkeiten gleich zu den nächsten, denn auch Tesla kämpft seit einiger Zeit mit Verschiebungen. Die Rede ist vom Tesla Cybertruck, der eigentlich schon Ende 2021 auf den Markt hätte kommen sollen. Zuletzt war Ende 2022 als Produktionsstart angepeilt worden, jetzt aber musste Tesla mitteilen, dass auch dieser Termin nicht eingehalten werden kann. Stattdessen wurde sich jetzt auf April 2023 geeinigt, obwohl schon im ersten Quartal 2023 eine kleine Stückzahl produziert werden soll, um dann den Start in den Markt besser unter Kontrolle zu haben. Grund der Verzögerung sei, dass Tesla noch einmal die technischen Details und das Design anpassen möchte. Teil dessen ist wohl auch das Exoskelett, also die derzeitige Form der Karosserie, die neue Herstellungsprozesse erfordert. Tesla begründet die Notwendigkeit dieser Anpassungen damit, dass der Markt der E-Pick-Ups immer umkämpfter wird. Derzeit stehen unter anderem Ford mit dem F-150 und Chevrolet mit dem Silverado in den Startlöchern. Für uns stellt sich jetzt die Frage, ob diese Anpassungen zur Folge haben könnten, dass der Cybertruck ein konventionelleres Design bekommt, womit die Chancen auf eine Zulassung in Deutschland wohl steigen würden – der TÜV wäre ja wahrscheinlich nicht sonderlich erfreut über das ursprüngliche Design des Cybertrucks. Wir werden die Entwicklungen auf jeden Fall gut im Auge behalten - schließlich geschieht es ja nicht alle Tage, dass Verzögerungen etwas so Grundlegendes wie eine mögliche Zulassung zur Folge haben könnten!

Peugeot e-308

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Peugeot e-308 (Quelle: Peugeot)

Machen wir nun einen großen Sprung über den Atlantik direkt zu Peugeot nach Frankreich. Denn nach dem e-208 und dem e-2008 soll jetzt auch ein e-308 kommen.
Bis jetzt waren die Akkus der beiden reinelektrischen Modelle jedoch nicht sonderlich groß, nur 46‑Kilowattstunden Nettokapazität hatte so ein Akku im e-208 oder e-2008, im e-308 soll sich das jetzt aber ändern. Der e-308 soll ein Kompaktklassemodell werden und einen Akku mit 54‑Kilowattstunden brutto und 50-Kilowattstunden Nettokapazität bekommen. Peugeot wirbt mit 400 km Reichweite, wobei in der Praxis doch eher mit 250 bis 300 km Reichweite auszugehen ist, was bei dieser Fahrzeugklasse aber noch immer ausreichend sein sollte. An der Ladetechnik ändert sich beim e-308 nichts, da wird es wie beim e-208 und e-2008 100 kW DC-Ladeleistung und 11 kW AC-Ladeleistung geben. Der Elektromotor soll 115 kW haben, also 156 PS, was ihn um immerhin 20 Pferdestärken potenter als den e-208 machen würde. Auch ein paar Newtonmeter mehr bekommt der e-308 im Vergleich zum e-208, nämlich 270 Nm. Den Antrieb gibts aber nur vorne. Spannend ist, dass der neue Akku mit dem gleichen Bauraum wie der Akku des e-208 auskommt, was bedeutet, dass an der Energiedichte des Akkus gearbeitet wurde. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung auch den anderen Modellen zugutekommen wird und diese bald das neue Akkupack bekommen werden und damit vielleicht ein bisschen an Reichweite gewinnen könnten. Der e-308 soll ab Juli 2023 produziert werden und kurz danach soll es auch schon mit der Auslieferung losgehen.

Fiat Neuigkeiten

Bei Fiat geht die Post ab und einige neue Modelle sind schon am Auto-Horizont zu erahnen:
Der Panda, ein Erfolgsmodell der Italiener, soll jetzt einen elektrischen Nachfolger bekommen und das höchstwahrscheinlich ab 2023. Das Konzeptauto, das diesem Panda vorausgeht, ist der Centoventi, der schon 2019 vorgestellt wurde. Dieser Centoventi soll die Basis für mehrere neue Modelle darstellen, die alle der Praktikabilität und der erschwinglichen Elektrifizierung dienen sollen. Robust und preisgünstig sollen die nächsten Modelle sein und die Senkung der Produktionskosten ermöglichen. Weitere Modelle könnten ein „Panda-Supermini“ oder ein „Panda SUV“ werden, wobei diese wohl andere Fiat-typische Namen bekommen werden. Der Panda-Supermini soll aber ein kastenförmiges Stadtauto werden und der Panda SUV quasi ein höhergestellter Centoventi. Zwei kleinere Elektroautos, die auf der Stellantis-Architektur aufbauen, die auch der Peugeot e-208 oder e-308 verwenden, sind ebenfalls denkbar, hier sind aber noch keine Details bekannt. Was Fiat-Chef Olivier Francois aber klar macht, ist, dass Fiat sich auf kleine Fahrzeuge mit einer Länge zwischen 3,7 und 4,3 Metern fokussieren möchte, und da Fiat 2030 reinelektrisch sein möchte, soll die Produktpalette zwischen 2025 und 2030 weiterhin schrittweise elektrisch werden.

Zulassungszahlen Österreich 2021

Jetzt gibt es noch die 2021-Zahlen für Österreich, für alle die, die nicht wussten, dass die österreichische Entwicklung aber mal goanz stoark is.
Im Gesamtjahr 2021 konnte in Österreich nämlich ein Plus von 108,9 % erreicht werden, wohingegen es in Deutschland nur eine Steigerung von 83,3 % gab. Das beliebteste Modell des Jahres war in Österreich das Tesla Model 3 und gleich danach der VW ID.3 und der VW ID.4. Das war in Deutschland ähnlich, hier war das Model 3 auch auf Platz 1 und der VW ID.3 auf Platz 3, nur der VW e-Up schaffte es noch dazwischen auf Platz 2. Der Elektroautoanteil in Österreich lag 2021 bei 13,9 % und ist damit minimal höher als in Deutschland, wo es 13,6 % waren. Die Österreicher scheinen außerdem keine halben Sachen zu machen, oder zumindest weniger als die Deutschen, denn der Anteil der Plug-In-Hybride liegt in Österreich deutlich unter denen von Deutschland.
Nur im Dezember 2021 war die Steigerung in Österreich eher gering, aber der Blick auf die Modelle ist dafür äußerst spannend! Das Tesla Model 3 zum Beispiel, das ja immer ganz vorne mit dabei ist, schaffte es im Dezember 21 nur auf Platz 3 der beliebtesten Modelle. Platz 1 bekam, verdient, der Hyundai Ioniq 5 und überraschenderweise der Mini Cooper SE! Der VW ID.3 zum Beispiel ist in den Top 10 der beliebtesten Autos im Dezember dafür gar nicht vertreten, wo er es in Deutschland zumindest noch auf Platz 9 schaffte. Obwohl die Steigerung im Dezember nicht so hoch, waren aber doch immerhin 19,3 % aller Zulassungen in Österreich reinelektrisch.


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