Stat E-Stics #52

Tesla-Rückruf, Tesla Zahlen, VW Auslieferungsstopp Halbleitermangel, neue Elektroautos: Mercedes Vision EQXX, Opel Insignia Elektro

Tesla Rückruf

Zuerst schauen wir Tesla ein bisschen auf die Finger, denn kurz vor dem Jahreswechsel gab es die wohl größte Rückrufaktion in der Geschichte von Tesla. Ganze 675.000 Model S und Model 3 müssen in den USA und in China in die Werkstatt. Europa ist erstmal noch fein raus, hier gab es den Aufruf noch nicht, aber folgen dürfte er hier auch noch.
Tesla ist ja erst vor wenigen Jahren mit dem Marktstart des Model 3 in den Massenmarkt eingetreten, und es war eine Eingewöhnungszeit bezüglich der anderen Dimensionen von https://instadriver-magazin.com/news/elektroautos/statestics/Fahrzeugproduktion, Auslieferung und Werkstattdienstleistungen auf dem Massenmarkt nötig. Einige Tesla-Fahrende befürchten jetzt sicher, dass mit dieser riesigen Rückrufaktion eine “Servicehölle” beginnen könnte - aber an dieser Stelle möchten wir gleich beruhigen.
Der Defekt, um den es geht, also der möglicherweise auftreten könnte, betrifft keine wichtigen Bauteile, wie zum Beispiel die Bremsen – sondern lediglich die Rückfahrkamera.
Natürlich ist es auch sehr ärgerlich, wenn die Rückfahrkamera ausfällt - benutzbar ist das Fahrzeug damit aber immer noch - früher gab es das ja schließlich auch nicht. Dieser hypothetisch auftretende Ausfall, hängt mit einem Zuleitungskabel zusammen, dass bei mehrmaligem Öffnen und Schließen des Kofferraums abgeknickt und somit kaputt gehen könnte. Tesla vermutet einen Korrekturbedarf aber eigentlich nur bei ca. 1% der zurückgerufenen Fahrzeuge. Der Grund des Rückrufes beim Model S ist hingegen eher sicherheitsrelevant, denn hierbei handelt es sich um die zweite Halterung der Motorhaube, die eventuell nicht ganz korrekt positioniert ist.
Wenn man somit versehentlich während der Fahrt die erste Halterung entriegelt, kann sich im schlimmsten Fall die Fronthaube öffnen, was die Sicht nach vorne versperren würde und dann natürlich ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen würde. Hierzu hat es bereits einige Reparaturen auf Garantie gegeben, Unfälle sind allerdings keine bekannt. Hier vermutet Tesla bei ca. 14% der zurückgerufenen Fahrzeuge Handlungsbedarf. Grundsätzlich gibt es da noch ein drittes Problem, das allerdings über Over-The-Air-Updates – also ohne Werkstattaufenthalt - gelöst werden kann. Dabei handelt es sich um die Nutzung des großen Bildschirms für nicht fahrrelevante Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Starten von Spielen während der Fahrt. Es gibt also einiges zu tun im Hause Tesla!

Tesla: Produktions- und Auslieferungszahlen

Bitte nicht vergessen: trotz der Rückrufzahlen, gibt es auch Erfreuliches aus dem Hause Tesla: nämlich was die Produktionszahlen angeht!
2021 konnte Tesla insgesamt 930422 Fahrzeuge produzieren und sogar 936172 Fahrzeuge ausliefern. Den größten Anteil machten das Model 3 und das Model Y aus, hier wurden 906032 Fahrzeuge hergestellt und 911208 Fahrzeuge ausgeliefert. Die restlichen ca. 24000 gebauten und ca. 25000 ausgelieferten Fahrzeuge von Tesla betreffen die Premium-Modelle S und X, die ja im letzten Jahr umfangreiche Updates bekommen haben. Diese Zahlen sind, wie schon erwartet wurde, neue Bestwerte für das US-Unternehmen. Im Jahr zuvor lagen die Bestwerte noch bei ca. 510000 gebauten und ca. 500000 ausgelieferten Fahrzeugen. Tesla hat somit die Produktion zwar nicht ganz verdoppelt, ist aber nahe herangekommen. Dank des neuen Werks in Berlin Grünheide und der neuen Fabrik in Texas geht Tesla außerdem auch in diesem Jahr wieder von einer Steigerung aus, womit sich das Unternehmen wiederum selbst überbieten würde. Insgesamt wird dann ab diesem Jahr in vier Fabriken in der ganzen Welt produziert, schließlich gibt es ja auch noch Teslas Stammwerk in Kalifornien, sowie die chinesische Fabrik in Shanghai. Außerdem ist Tesla ja auch bei der Batteriezellen-Fabrik in Nevada mit Panasonic dabei, sowie bei einer Photovoltaik-Fabrik in New York, was Tesla auch unabhängiger als andere Firmen macht und die angestrebte weitere Steigerung absolut realistisch erscheinen lässt.

VW Auslieferungsstopp

Bei VW gibt es einen Auslieferungsstopp. Schuld sind wieder die Halbleiter-Engpässe, die dieses Mal dazu führen, dass der ID.4 in seiner Basisversion, also in der Version mit 109 kW, derzeit nicht konfigurierbar ist. In genau diesem Konfigurator erklärt VW, dass es wegen diesen Problemen zu deutlich längeren Produktionszeiten kommen kann und sichtbar ist dies auch daran, dass nicht nur das Verbrenner-Werk in Wolfsburg weniger produziert, sondern auch das MEB-Werk in Leipzig. Den ID.4 kann man derzeit also nur noch in der Version mit 125-kW-Motor bestellen und auch den ID.3 gibt es seit August nur noch in der Pro-Version mit 107 kW Motor und 58-Kilowattstunden-Akku.

Opel Insignia Elektro

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Opel Insignia Beispielbild (Quelle: Opel)

Opel kündigt für 2024 eine Elektroversion des Insignia an, was bedeutet: eine Elektro‑Limousine oder auch: einen Elektrokombi. Technisch soll der Einiges auf dem Kasten haben: 800 km nach WLTP soll man damit kommen, denn er soll auf der Stellantis-Plattform STLA-Large aufbauen und mit einer Feststoffbatterie ausgestattet werden. Bisher kam der Insignia noch aus Amerika, jetzt allerdings soll die Technik aus Frankreich stammen. Optisch soll er an den Mokka oder auch an den Opel Astra angelehnt sein und unter anderem die neuen schmalen Scheinwerfer mit den L-förmigen Tagfahrlichtern bekommen. Preislich soll der neue Elektro-Insignia unter 50.000 € liegen und wie gesagt schon in zwei Jahren, also 2024 kommen. Bis 2028 will Opel außerdem alle Modelle auch reinelektrisch anbieten, also VW, anschnallen ist angesagt.

Mercedes Vision EQXX

Mercedes-Vision-EQXX

Mercedes Vision EQXX (Quelle: mercedes-benz.com)

Anschnallen sollten sich auch alle, wenn dieses Konzeptauto von Mercedes der Vision EQXX irgendwann mal Realität werden sollte. Geplant sind nämlich um die 1.000 Kilometer Reichweite – nach WLTP, nicht nach NEFZ, nach welchem so manch anderes geplante 1.000 km-Auto angegeben wird. Der Vision EQXX soll aber nicht nur ein Reichweitenwunder werden, sondern auch ein Effizienzwunder, und das verbunden mit Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Dafür sollen die elektrischen Komponenten des Antriebsstranges verbessert werden, sowie moderne Leichtbaustoffe und ein nachhaltiger Materialmix verwendet werden. Dazu soll es sehr rollwiderstandsarme Reifen geben und einen cw-Wert von nur 0,17. Genau der lässt auch schon Rückschlüsse auf die Qualität zu, denn der Ioniq Elektro zum Beispiel, das lange Zeit effizienteste Auto überhaupt hat einen cw-Wert von nur 0,24 oder auch der besonders aerodynamische Mercedes EQS hat einen cw-Wert von nur 0,20. Der Vision EQXX soll am Ende unter 10 kWh pro 100 Kilometer schaffen – und das allein wäre für uns ein Kaufgrund. Der Akku soll aber ebenso beeindruckend sein, denn mit einer Energiedichte von knapp 400 Wattstunden pro Kilogramm ist er ganz vorne mit dabei, was den aktuellen Entwicklungsstand angeht und würde auch in einem Kleinwagen Platz finden. 117 hauchdünne Solarpanele auf dem Dach sorgen je nach Sonneneinstrahlung noch für zusätzliche 25 km Reichweite, was den Wagen somit auf seine 1000 km Reichweite bringen soll.
Mit diesem Solar-Feature, aber auch mit dem geringen Verbrauch, erinnert der Vision EQXX an den Lightyear One, der nur 8,5 kWh/100 km verbraucht - auch wegen eines geringen Luftwiderstandes und da er überall mit Solarpanels bestückt ist. Der kommt zwar schon 2022 auf den Markt, setzt aber auch bei 150.000 € an.
Auch im Innenraum geht es imposant her, denn obwohl der Innenraum im Premium-Look wie bei Mercedes gewohnt, nichts zu wünschen übrig lässt, so werden aber, um das zu erreichen, keine tierischen Materialen mehr verwendet. Und somit muss in der Zukunft der Autoindustrie, zumindest bei Mercedes, kein Tier mehr leiden. Man könnte also auch komplett vegan dazu sagen. Es kommen Materialien wie Kaktusleder, Pilzleder und Bambusfasern zum Einsatz. Das markanteste Element im Interieur ist aber der riesige MBUX Bildschirm mit OLED-Technologie. Also echtes tiefes Schwarz und dazu noch weniger Energieverbrauch, denn OLED-Displays deaktivieren bei komplett schwarzer Darstellung nämlich einzelne Pixel, sodass diese logischerweise keine Energie benötigen. Im EQXX ist der Hyperscreen, wie ihn Mercedes nennt, auch tatsächlich nur noch 1 großes Display und nicht mehr 3 Displays hinter einem Glas. Dieser durchgehende Bildschirm eröffnet dann schon beeindruckende Darstellungen für alle Insassen. Spannende Zukunft also in die uns Mercedes hier blicken lässt.
Für die Entwicklung des Vision EQXX haben übrigens die besten Ingenieure zusammengearbeitet - unter Ihnen auch solche aus der Formel 1 und Formel E. Ob der Vision EQXX als Serienfahrzeug kommt, das steht aber wohl noch in den Sternen. Sicher aber werden Elemente dieser Studie auch bei anderen kommenden Elektro-Modellen ihre Anwendung finden.


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