Stat E-Stics #45

GAC Aion LX, Skoda E-Limousine, Produktionsstopp VW, Elektro-Lkws, Batteriebetriebene Flugzeuge

GAC Aion LX

GAC-Aion-LX

GAC Aion LX (Quelle: GAC)

Es sind neue Informationen zum E-SUV von GAC unter dem Namen Aion LX aufgetaucht. Bei seiner ursprünglichen Vorstellung war das Fahrzeug mit einem 93-kWh-Akku ausgestattet, der für 650 km Reichweite genügen sollte, wohlgemerkt nach dem alten, aber in China immer noch verwendeten NEFZ-Zyklus. Der Akku erfährt nun ein Upgrade und wird zum Super-Akku. Es werden beeindruckende 144,4 kWh Kapazität zur Verfügung stehen, eine der derzeit größten Speicherkapazitäten im E-Auto Bereich. Damit wird eine Reichweite von bis zu 1008 km versprochen, allerdings eben auch wieder im NEFZ-Zyklus. Wo kann man den GAC Aion LX einordnen? Es handelt sich um ein mittelgroßes SUV mit einer Länge von 4,79 m, einer Breite von 1,94 m und einer Höhe von 1,69 m. Der Radstand liegt bei 2,92 m, wodurch das chinesische SUV größenmäßig etwas mehr Raum als beispielsweise der VW ID.4 bietet, schon fast so viel wie der BMW iX3.
Wie schafft GAC es, diese doch sehr große Kapazität im Fahrzeug unterzubringen?
Zum einen wird auf die Energiedichte gesetzt, welche bei 205 Wh/kg liegt. Bei 144,4 kWh wiegt das Akkupack also etwa 704 kg. Das ist keinesfalls ein Leichtgewicht, durch die Platzierung im Fahrzeugboden dürfte es beim Fahren aber nicht negativ auffallen und sogar von Vorteil sein, da so der Schwerpunkt sehr niedrig gehalten wird. Außerdem sollen die zum Einsatz kommenden Lithium‑Ionen-Zellen auf einer sogenannten NMC-Kathode in Verbindung mit einer siliziumhaltigen Anode basieren. Damit sollte die Batterie noch leichter werden, da die Energiedichte verbessert wird. Ferner wird das Verhalten bei sehr niedrigen Temperaturen verbessert. Die Verbesserungen in Zahlen ausgedrückt bedeuten, dass die Abmessungen des Akkupacks um 20 % kleiner ausfallen können und das Gewicht um 14% reduziert werden konnte. Die genannten 704 kg bzw. 205 Wh/kg sind bereits diese verbesserten Werte.
Wie immer bleibt hier abzuwarten, wie sich das Modell dann in der Praxis behaupten wird und wie gut auch die anderen Parameter sind. Reichweite ist das eine, aber wenn man nachladen muss, dann will man auch schnell weiterkommen. Die Ladeleistung ist somit ebenfalls zu berücksichtigen. Man wird sehen, was GAC da auf den Markt bringen wird. Womöglich wird auf eine Technik wie beim Graphen‑Akku gesetzt, den wir in einem eigenen Video bereits näher beleuchtet haben.
Die offizielle Vorstellung des GAC Aion LX in der Plus-Variante, also der Version mit dem riesigen Akku, soll heute (19.11.2021) auf der Guangzhou Auto Show stattfinden.

Skoda E-Limousine

Laut übereinstimmenden Berichten arbeitet Skoda derzeit an einer Elektro-Limousine, die ab 2026 auf den Markt kommen könnte und für unter 35000 € erhältlich sein soll. Derzeit bietet Skoda im Elektrobereich nur den Enyaq an, der ein Pendant zum ID.4 darstellt. Der Citigo iV ist nicht mehr bestellbar und auch ein Skoda-Pendant zum ID.3 fehlt noch, weswegen es uns besonders freut, dass Skoda nun ein neues Modell angekündigt hat. Die Limousine soll ab 2026 eine direkte Konkurrenz zum Tesla Model 3 sein, kann also wohl am ehesten als elektrischer Nachfolger des Skoda Superb in der Limousinen-Version betrachtet werden. Während die Volkswagen-Gruppe derzeit nahezu alle E‑Modelle auf der MEB-Plattform aufbaut, dürfte bis zum Erscheinen der E-Limousine eine neue Plattform namens SSP, was für Scalable Systems Plattform steht, entwickelt werden. Dadurch sollen noch mehr Kosteneinsparungen als bei MEB möglich sein, außerdem unterstützt SSP auch moderne Features wie 800-V-Systeme, bessere Akku-Module sowie automatisiertes Fahren nach Level 4. Die konkreten technischen Daten zu dem Modell werden wohl erst in den kommenden Jahren publiziert werden. Der aktuelle Skoda Enyaq bietet ja bereits deutlich über 500 km Reichweite nach der WLTP‑Norm, was wohl auch für die neue Limousine zutreffen dürfte. Wir sind gespannt und freuen uns schon jetzt auf das neue Modell.

Produktionsstopp VW

Der massive weltweite Chipmangel hat auch die großen Automobilkonzerne weiterhin fest im Griff. So fest, dass Volkswagen nun sogar die Produktion seiner Elektroautos in den Werken Zwickau und Dresden einstellen musste. Konkret geht es um Lieferengpässe für Elektroauto-Steuergeräte. Dadurch können diese Woche keine neuen ID.3, ID.4, Audi Q4 e-tron und Cupra Born vom Band laufen, was absoluten Anzahl von etwa 5000 Autos entspricht. Doch auch im Werk Chemnitz stehen diese Woche die Bänder still, allerdings werden dort keine IDs hergestellt, sondern derzeit noch Verbrennungsmotoren. Auf die ohnehin schon recht langen Lieferzeiten aufgrund der Halbleiterthematik wird sich das wohl zusätzlich negativ auswirken und die Liefersituation nicht unbedingt entschärfen.

Elektro-Lkws

Immer wieder gibt es die Diskussion, ob Wasserstoff für den Schwerlastverkehr nicht doch sinnvoller ist als batterieelektrische Antriebssysteme. Deshalb hat das Fraunhofer-Institut nun eine Studie zu genau diesem Thema durchgeführt. Und die Ergebnisse sind so erfreulich, dass wir sie euch direkt mitteilen möchten:
So wäre eine Umstellung des Straßengüterverkehrs auf batterieelektrische Antriebe sogar sofort und kurzfristig möglich und böte dabei auch wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen. An der Untersuchung teilgenommen hat auch die REWE-Gruppe mit ihrer Flotte in der Nord-Ost-Region. Dabei zeigte sich, dass 60 % der Fahrzeugflotte schon jetzt problemlos auf Elektroantrieb umgerüstet werden könnte. Für etwa 40 % ist eine Umstellung auf Elektro-Lkws auch mit wirtschaftlichen Vorteilen verknüpft. Was nun am wichtigsten ist, wäre eine zeitnahe Erweiterung des Ladenetzes. Bis 2025 müsse ein Kernnetz mit Infrastruktur für 700-1000 kW Ladeleistung entstehen.
Dennoch zeigt die Studie, dass alle städtischen Lkw-Touren schon heute machbar sind und knapp die Hälfte der regionalen Touren batterieelektrisch zu bewältigen wären. Mit effizienter Routenplanung und Zwischenladen wären das Potenzial und die Möglichkeiten sogar noch größer. Die Untersuchung hatte primär Liefer-Lkws bis 26 Tonnen Gesamtgewicht im Fokus, wobei auch klar zum Ausdruck gebracht wird, dass bei noch größeren und schwereren Lkws, die zumeist auch noch weitere Strecken zurücklegen müssen, die Elektrifizierung doch noch eine Herausforderung darstellt, jedenfalls mit dem derzeitigen Fahrzeugangebot. Gefordert wird aufgrund der sehr positiven Eindrücke, dass Betreiber ihre Lkw-Flotte im städtischen und regionalen Verkehr schon jetzt auf reinelektrische Exemplare umstellen sollten. Die Vorteile vor allem auch aus wirtschaftlicher Sicht liegen auf der Hand: Bis zu 80 % der Mehrkosten bei der Anschaffung werden über Förderungen abgedeckt. Gleichzeitig wird Dieseltreibstoff immer teurer, wodurch hier mit elektrischen Lkws auch Kosten eingespart werden können. Die Vorausschau in die nahe Zukunft bis 2023 zeigt, dass der Einsatzradius schon in den nächsten 2 Jahren durch bessere Batterietechnik deutlich erweitert werden kann und noch mehr Routen sinnvoll mit Elektro-Lkws betrieben werden können.

Batteriebetriebene Flugzeuge

Sehen wir kurz auch auf den wahrscheinlich kompliziertesten Bereich, was die Umstellung auf Elektroantriebe angeht. Es geht um den Luftfahrtsektor. Doch auch hier gibt es Fortschritte. Das US-Unternehmen Wright Electric ist mitten in der Entwicklung für ein batterieelektrisches Antriebssystem für Regionalflugzeuge, konkret sollen bereits auf dem Markt befindliche Jets des Typs BAe 146 umgebaut werden können. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Flugzeug ab 2026 bis zu 100 Passagiere über eine Distanz von 740 km befördern können. Für 2030 plant Wright Electric außerdem einen eigenen neu entwickelten Elektro-Jet mit Platz für 186 Passagiere, was genau dem Fassungsvermögen der heute beliebten Boeing 737 und Airbus A320 entspricht. Es geht also auch hier voran und zumindest Wright Electric ist davon überzeugt, dass der batterieelektrische Antrieb auch in Luftfahrzeugen sinnvoll und effizient zum Einsatz gebracht werden kann.


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