Stat E-Stics #44

Tesla Giga-Presse, VW ID. Buzz, Rewe Schnelllader

Tesla Giga-Presse

Ohne Tesla wäre die Elektromobilität nicht da, wo sie heute ist. Das amerikanische Unternehmen zeigt schon seit gut einem Jahrzehnt, dass Elektroautos im Alltagsgebrauch dem Verbrenner in nichts nachstehen, sondern sogar diverse Vorteile bieten. Mittlerweile haben die allermeisten Fahrzeughersteller nachgezogen und bieten auch alltagstaugliche Elektromobilität für (nahezu) jedermann an. Doch vielfach kommen die Hersteller der enormen Nachfrage nach nachhaltigen Elektroautos nicht nach, die Produktion muss also beschleunigt werden. Und auch hier möchte Tesla zeigen, wie es funktionieren kann, die Lösung von Tesla heißt Giga-Presse. Hiervon hat Tesla bereits einige in Betrieb, doch nun launchte das Unternehmen von Elon Musk eine neue verbesserte Giga‑Presse. Was ist neu?
Grundsätzlich handelt es sich bei den Giga-Pressen um eine der größten Maschinen, die weltweit in Verwendung sind. Diese ermöglichen es, sehr große und komplexe Komponenten des Autos in einem Stück mittels Druckguss zu produzieren. Um sich eine Vorstellung der Größe dieser Maschinen machen zu können, zieht der Hersteller, die IDRA Group, einen spannenden Vergleich heran. So seien die Giga-Pressen so groß wie ein typisches Einfamilienhaus, stellt euch also mal euer Haus vor, und dann baut Tesla um das Haus herum noch eine riesige Fabrik, eben seine Giga-Factorys, sehr beeindruckend! Auch die Umweltfreundlichkeit steht im Fokus, so sollen 40 % weniger Energieverbrauch mit der Giga-Presse realisierbar sein. Das Druckguss-Verfahren kommt bereits bei anderen Herstellern zum Einsatz, allerdings oft nur für Einzelteile wie Stoßdämpfer oder einzelne Teile des Chassis. Tesla hingegen möchte damit riesige Einzelteile fertigen, sodass im Prinzip das gesamte Auto nur noch aus einem Vorderteil und einem Hinterteil besteht, welche zusammengefügt werden. Somit werden viele Stanzungen eingespart, die Produktionszeit verkürzt sich deutlich. Neben diesem Umstand kann mit der Giga-Presse aber auch Platz eingespart werden, von gut 30 % ist die Rede. In derselben Halle kann somit das Produktionsvolumen deutlich gesteigert werden. Um auf die Anzahl an Teilen zurückzukommen - ein kurzer Vergleich: Bisher hat Tesla seine Karosserien aus etwa 70 Metallteilen zusammengebaut, nun handelt es sich nur noch um ein einzelnes Druckgussteil, diese Teilereduktion spricht schon für sich. Mit der neuen Giga-Presse kann auch die Anzahl der benötigten Fabrikmitarbeiter reduziert werden, was in weiterer Folge auch wieder Produktionskosten einspart. Mit weniger Logistik und weniger Transportwegen sowie einer Reduktion der Lagerflächen können ebenfalls Kosten eingespart werden.
Außerdem verbessert sich die Qualität der Endprodukte, da es keinerlei Schweißnähte und Nieten mehr gibt, da es sich um ein einziges Teil handelt. In Zukunft wird auch der Akku an sich als tragendes und zusammenhaltendes Teil ausgeführt sein und die beiden Druckgussteile verbinden. Neben geringeren Herstellungskosten und weniger Komplexität hat das fertige Fahrzeug durch das neue Produktionsverfahren am Ende auch ein geringeres Gewicht. Das kommt bei gleicher Akkukapazität der Reichweite zugute.
Tesla möchte mit den Giga-Pressen in weiterer Folge auch die Akkus selbst produzieren, dann sprechen wir nicht von einer Teilereduktion von 70, sondern von 370 Teilen, die eingespart bzw. zusammengefasst werden. Die Giga-Pressen nehmen auch den derzeit eingesetzten Robotern viel Arbeit ab, das heißt, es kann eine Vielzahl an Robotern eingespart werden.
Elon Musk nannte hier als Beispiel, dass für das Model 3 1000 Fertigungsroboter benötigt werden, wovon dank der Giga-Pressen 600, also mehr als die Hälfte, eingespart werden können.
Aufgrund der enormen Vorteile geht Elon Musk davon aus, dass zukünftig auch andere Autohersteller vor allem bei Elektroautos auf solch eine Art Giga-Pressen für deren Herstellung setzen werden. Damit würde Tesla also ein weiteres Mal die treibende Kraft für eine große Veränderung in der Automobilindustrie sein.

VW ID. Buzz

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VW ID. Buzz

VW bringt immer mehr ID-Modelle auf den Markt. Erst vergangene Woche wurde der ID.5, die Coupé-Variante des ID.4, der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Weltpremiere wurde seitens VW auch gleich ein weiterer Ausblick auf das nächste ID-Modell gegeben, den ID.Buzz. Der ID.Buzz wird den Multivan bzw. den VW Transporter ersetzen und dank MEB-Plattform auf etwa 4,7 m Außenlänge viel Platz im Innenraum bieten. Dank des nicht mehr vorhandenen Motors unter der Fronthaube finden außerdem weitere 200 Liter Gepäck einen großzügigen Stauraum. Im Interieur wird man sich höchstwahrscheinlich an den bisherigen ID-Modellen orientieren. Akkutechnisch erlaubt MEB grundsätzlich bis zu 111 kWh Kapazität. Welche Kapazitäten im ID.Buzz tatsächlich zum Einsatz kommen ist aber noch nicht ganz sicher. Mit dem 58-kWh-Akku könnte man von einer Reichweite von etwa knapp unter 300 km ausgehen. Mit dem 111-kWh-Akku wird diese mit Sicherheit zwischen 500 und 600 km liegen und damit den ID.Buzz auch auf sehr langen Strecken zu einem voll alltagstauglichen Auto machen. Bei der Passagierversion wird der ID.Buzz nicht nur für bisherige Multivan-Fahrer, sondern auch für Fahrer des Touran bzw. Sharan von Interesse sein.

Rewe Schnelllader

Die Elektroauto-Zulassungszahlen steigen kontinuierlich, da ist eine gut ausgebaute Schnellladeinfrastruktur ein sehr wichtiger Bestandteil, um mit der Elektromobilität sorgenfrei in die Zukunft zu starten. Da freut es uns umso mehr, dass der Ladeinfrastrukturanbieter EnBW ab sofort mit der Supermarktkette Rewe Group zusammenarbeitet und ein flächendeckendes Schnellladenetz errichten möchte. Noch in diesem Jahr soll die Planung finalisiert werden, an welchen Supermarktstandorten die ersten 100 Schnelllader gebaut werden sollen, welche dann schon im Laufe des Jahres 2022 ans Netz gehen werden. In den Folgejahren ist ein weiterer Ausbau auf viele Hundert Schnelllader an den Rewe-Group-Standorten geplant. Teilweise soll die Ladeinfrastruktur sogar Ladeleistungen von bis zu 300 kW zur Verfügung stellen, wodurch entsprechend ausgerüstete Autos in nur 5 Minuten rund 100 km Reichweite nachladen können. Derzeit ist vielfach, wenn Supermärkte über Ladeinfrastruktur verfügen, meist ein einzelner Triplecharger, also ein AC-Ladepunkt mit 22 oder 43-kW-Ladeleistung sowie eine DC-Lademöglichkeit, wahlweise mit CHAdeMO oder CCS mit bis zu 50‑kW-Ladeleistung vorhanden, was in Zukunft nicht ausreichen wird. Das weiß offenbar auch die EnBW und kündigt an, die Rewe-Group-Standorte jeweils mit bis zu 12 Ladepunkten auszustatten. Das sind doch gute News. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt, weswegen der Strom ausschließlich aus ökologischer Produktion stammt. Die Rewe Group verfügt über nicht weniger als 6000 Standorte, da ergibt sich also eine hervorragende Möglichkeit, das öffentliche Laden auch in Zukunft sicherzustellen und Engpässe bei der Ladeinfrastruktur zu eliminieren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich wird der Ausbau der Supermarktlader vorangetrieben. Mit dem Joint Venture Smatrics-EnBW werden die österreichischen Billa-Märkte nach und nach mit Schnellladestationen ausgestattet. Generell treibt die EnBW derzeit den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur massiv voran. So wird noch in diesem Jahr der größte europäische Schnellladepark am Kamener Kreuz in Deutschland in Betrieb gehen, 52 HPC-Ladepunkte wird es dort dann geben. Im Durchschnitt nimmt der Ladeinfrastrukturbetreiber derzeit pro Tag einen neuen Standort in Betrieb, bis 2025 sollen insgesamt 2500 Standorte für Elektroautofahrer zur Verfügung stehen. Das Investitionsvolumen beläuft sich damit auf 100 Millionen Euro pro Jahr bis 2025.

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