Elektroauto-News #87

Skoda Octavia EV, MG 4, Tesla Hungerstreik, Tesla Update, Toyota Akkuproduktion, AXA entschuldigt sich, Ende Gratisladen Lidl, Polestar 2 Facelift

Skoda Octavia EV

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Skoda Octavia EV Rendering

Wer einen Blick auf die Neuzulassungen bei Verbrenner wirft, wird schnell sehen, dass der Skoda Octavia sehr weit vorne dabei ist. Es ist also ein logischer Schritt von Skoda, diesen Verkaufsschlager ab 2026 auch reinelektrisch anzubieten. Dass der Elektro-Octavia natürlich ebenfalls massenhaft Platz bieten wird und über die skodatypischen Simply-Clever-Features verfügt, ist gesetzt, doch kommen wir zum wirklich spannenden Teil: 

Wie weit wird er kommen?

Also welche Reichweite verpasst Skoda dem 2026 kommenden Elektro-Octavia? Der Octavia wird immerhin gerne von Familien genutzt und aktuell auch sehr oft für die Urlaubsfahrt verwendet – dazu braucht man im E-Auto eine gute Reichweite und am besten eine hohe Ladeleistung.
Die MEB-Plattform bietet zwar schon eine gute Reichweite, aber die Ladeleistung ist nicht ganz vorne mit dabei. Sicher ist, dass der Octavia Elektro nicht mehr auf der MEB-Plattform von VW basieren wird. Die Nachfolgeplattform SSP (Scalable Systems Platform) wird rechtzeitig fertig sein und angekündigt wurde, dass SSP technisch der MEB überlegen sein wird. Grund genug, die bereits bekannten Daten zum Elektro-Octavia vorzustellen.

Mit einem sehr guten cw-Wert soll das Modell mit einem 80-kWh-Akku 600 km weit kommen. Das klingt realistisch, denn die größeren Modelle Enyaq und Enyaq Coupé schaffen derzeit etwas über 500 km nach WLTP. Der Verbrauch soll bei unter 15 kWh/100 km liegen, was auch notwendig ist, denn um 600 km aus 80 kWh zu schöpfen, bräuchte es durchschnittlich 13,3 kWh/100. Wobei bei WLTP die Verluste nicht immer hinzugerechnet werden. Daher wird die Normverbrauchsangabe sicher ein wenig über besagten 13,3 kWh liegen. Die Motorleistung von 204 PS ist ebenfalls nicht neu und bereits aus den jetzigen MEB-Modellen bekannt, genauso wie auch die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h bei den Heckantriebsversionen.

Beim Thema Laden sieht es folgendermaßen aus: 11 kW AC sind mittlerweile üblich und daher auch beim Octavia Elektro so gut wie fix. Da bei der SSP sowohl die MEB als auch die PPE (Premium Platform Electric) vereint werden sollen, erscheint es auch logisch, dass bei SSP auf ein 800-V-System gesetzt wird, da alles andere, zumindest von der PPE aus betrachtet, ein Rückschritt wäre.
Interessant ist daher die Ankündigung, dass der elektrische Octavia eine maximale Ladeleistung von “nur” 200 kW haben wird. 200 kW ist nun kein schlechter Wert, aber VW schafft bei der MEB-Plattform schon jetzt 170 kW im Peak, das wären somit nur ca. 17 % mehr Ladeleistung als bisher; und das mit einer 800-V-Plattform? Eventuell bleibt Skoda bei 400 V auf der SSP-Plattform – was wir jedoch aus 2 Gründen bezweifeln:
Erstens bietet die PPE-Plattform schon jetzt 800 V und 270 kW Ladeleistung und die SSP sollte das zumindest übernehmen.
Zweitens werden 2026 - also in 4 Jahren - andere Standards vorherrschen und KIA und Hyundai haben jetzt schon 800 V und um die 230 kW Ladeleistung. Tesla ist auch jetzt schon bei 250 kW.
Also wenn VW seine Marktführerschaft behalten will, glauben wir, dass sie mehr als 200 kW Ladeleistung anstreben sollten auch bei einem oder gerade bei einem Modell wie dem E-Octavia.

Ein ganz wichtiges Thema haben wir natürlich noch beim E-Octavia – den Preis. Konkretes gibt es noch nicht, aber gesprochen wird derzeit von 35.000 bis 45.000 €. Wir werden sehen, ob Skoda solche Preise halten kann, denn mit einem Octavia Verbrenner ist man heute mit ein wenig Ausstattung schnell bei über 35.000 €. Jedenfalls soll es auch eine sportlichere RS Version geben, die vermutlich Allrad haben wird und wie auch schon die bisherigen Allrad-Versionen des Enyaq bis zu 299 PS auf die Straße bringt. Für eine RS Sportversion würde allerdings ein etwas höheres Maximaltempo als 180 km/h sinnvoll erscheinen.

MG 4

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MG 4

Den Kompaktwagen MG 4 haben wir euch bereits vorgestellt, doch jetzt soll es schneller gehen als erwartet. Der direkte ID.3-Konkurrent soll demnach noch im Jahr 2022 in Deutschland ausgeliefert werden. Mit bis zu 450 km WLTP-Reichweite und nahezu identischen Abmessungen ist das Fahrzeug tatsächlich sehr stark an den Volksstromer in der Pro Performance Version angelehnt. Preislich soll es knapp über 30.000 € losgehen. Ob der MG 4 dieses Jahr nur nach Deutschland kommt oder auch nach Österreich und andere europäische Märkte, war noch nicht herauszufinden.

Tesla Hungerstreik

Ja, Norwegen ist ein Paradebeispiel, wie gut E-Mobilität funktionieren kann, doch so ganz zufrieden scheint dennoch nicht ein jeder zu sein. Denn jetzt will eine Gruppe Tesla-Fahrer einen Hungerstreik starten, wenn Elon Musk sie weiterhin ignoriert und ihre Wünsche bezüglich Fehlerbehebungen nicht ernst nimmt.
Genannt werden Probleme mit vereisten Türgriffen, mit Regenwasser gefüllten Kofferraumdeckeln oder auch langsames Internet. Durchaus Themen also, die bei uns auch vorkommen können. Aber deswegen gleich einen Hungerstreik starten, spannend!
Da muss schon viel versucht worden sein und niemand wurde ernst genommen. Ob ein Hungerstreik in diesem Fall sinnvoll ist? Elon Musk meint auf Twitter übrigens Folgendes dazu: “Auf Anraten eines guten Freundes faste ich regelmäßig und fühle mich gesünder.”
Er will dem Hungerstreik also etwas Positives abgewinnen, geht aber nicht weiter auf die berichteten Probleme ein. Was hätte man sich von Elon auch anderes erwartet, wenn man ihm mit einem Hungerstreik droht? Für die Tesla-Fahrer hoffen wir, dass ihre Beschwerden ernst genommen werden und dass sie nur so lange fasten, wie es gesund ist.

Tesla Update

Diese Woche gibt es noch ein weiteres Thema zu Tesla, denn die Teslafahrer werden es wohl schon bemerkt haben: Das Update 2022.24.6 deaktiviert die Radarsensoren bei jenen Fahrzeugen, wo diese noch verbaut wurden. Ab sofort wird nur noch auf Kameras für den Autopiloten gesetzt. Das bringt zwar 2 Einschränkungen mit sich, nämlich, dass man den Abstandstempomaten nicht mehr auf die niedrigste Stufe 1 stellen kann, sowie eine kleine Reduktion des Maximaltempos mit Autopilot von 150 auf 140 km/h. Letztere Einschränkung soll aber mit einem der kommenden Updates wohl wieder heraufgesetzt werden. Ein Redaktionskollege hat den Autopiloten nur mit Kameras schon getestet – die ersten Eindrücke waren ein etwas zaghafterer Fahrstreifenwechsel, aber auch ein insgesamt sanfteres Fahren. Wie sich das System bei Nacht oder auch im Regen schlägt, konnten wir selbst aber noch nicht ausreichend testen.

Toyota Akkuproduktion

Momentan ist die weltweite Nachfrage nach Batterien sehr groß und es scheint so, als würde eine Batteriefabrik nach der nächsten gebaut werden. Nun will auch Toyota 720 Milliarden Yen (5,2 Milliarden Euro) in Japan und in den USA in die Batteriefertigung investieren. Die bestehenden Produktionskapazitäten werden damit um bis zu 40 Gigawattstunden jährlich erhöht. Zwischen 2024 und 2026 soll der Produktionsstart erfolgen.
Auch an Batterien auf Fluorid-Basis wird geforscht, sie sollen eine reale Reichweite von 1.000 Kilometer im Alltag ermöglichen.

AXA entschuldigt sich

Viele haben vom Crashtest des Versicherers AXA gehört, wo ein Tesla Model S brannte. Leider wurde hier ein völlig falsches Bild der Elektromobilität gezeichnet, denn der Brand wurde kontrolliert gelegt und in dem Fahrzeug waren keine Akkuzellen verbaut. Außerdem wäre der Akku beim dargestellten Schadensbild wohl nicht zu Schaden gekommen und ein Brand damit nahezu ausgeschlossen gewesen.
AXA hat das nun offenbar auch selbst erkannt und bittet in einer Aussendung um Entschuldigung für das völlig falsch dargestellte Szenario zu Elektroauto-Crashs. Es habe eigentlich vielmehr um Sensibilisierung gehen sollen, da laut Daten von AXA durch die meist höhere Leistung von Elektroautos diese auch eher in Schadensereignisse involviert seien als Verbrenner.
Dieser Schuss ging nach hinten los, würden wir sagen, denn für uns sieht die Aktion nach Elektroauto-Bashing aus.

Ende Gratisladen Lidl

Zum Abschluss noch eine Nachricht, deren Inhalt wir schon erwartet haben:
Gratis Laden bei Lidl und bei Kaufland in Deutschland neigt sich leider dem Ende zu. Es wird auch kein kostenloses Laden nur für Kunden des Supermarktes geben, wie in der Vergangenheit immer wieder vermutet wurde.

Schon ab dem 12. September wird das Laden bei Lidl Deutschland und Kaufland an AC-Ladepunkten 0,29 € pro Kilowattstunde kosten, an DC-Ladepunkten bis 149 kW werden es 0,48 € pro Kilowattstunde sein und ab 150 kW Ladeleistung werden es 0,65 € pro Kilowattstunde sein. Lidl und Kaufland geben an, dass dies ein notwendiger Schritt sei, um auch in Zukunft den weiteren Ausbau der E-Ladestationen sowie deren Instandhaltung gewährleisten zu können.
Wir vermuten, dass sich auch unsere österreichischen und Schweizer Zuseher schon langsam darauf einstellen dürfen, dass auch in diesen Ländern das kostenlose Laden bei Lidl in Kürze vorbei sein wird.

Polestar 2

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Polestar 2 Facelift Erlkönig

Nun noch der Erlkönig der Woche:

Der Polestar 2 wurde bei Bremstests in den Alpen als Erlkönig erwischt. Das schwedische Elektroauto soll nun ein leichtes Facelift bekommen.
Klar zu erkennen ist, dass dem Modell ein neues Kühlergrill-Design verpasst wurde. Zu erkennen sind ebenfalls Änderungen am vorderen Stoßfänger und an der Blende über dem Kühlergrill.

Der Polestar 2 war als Erlkönig weitgehend ohne Tarnung unterwegs, lediglich die Front war leicht abgedeckt und die Räder wurden mit Klebeband abgedeckt. Was sich dahinter verbirgt, ist leider nicht erkennbar, aber man vermutet, dass an den Felgen eine Art Messgerät mit Sensoren angebracht wurde.


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