Elektroauto-News #83

BYD Seal, 3 Mio. Teslas, Fisker Ocean, Toyota ruft bZ4X teilweise zurück, CATL Akku-Marktführer, DeLorean Alpha 5, Tesla Cybertruck teurer 

BYD Seal

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BYD Seal (Quelle: insideevs.de)

Der Hersteller BYD will sein Modell Seal bereits Mitte 2023 nach Europa bringen.
BYD steht für Build your Dreams und ist ein in Europa noch weitgehend unbekannter Hersteller, in China aber bereits eine Größe im Automobilbau. Im März 2022 hat man das Verbrennergeschäft komplett aufgegeben und konzentriert sich fortan auf vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride. BYD ist auch ein großer Akkuproduzent, aber dazu später mehr in der Marktübersicht Akkuproduzenten.

Das Modell Seal soll nun auch bald in Europa dem Tesla Model 3 Konkurrenz machen und wird zu Beginn in Deutschland und Schweden erscheinen. Die aerodynamisch gestylte Limousine ist ca. 10 Zentimeter länger als ein Tesla Model 3 und in China um ein ganzes Stück günstiger. Die Basisvariante soll ca. 210.000 Yuan kosten. Das sind etwa 30.400 €. Die Basisversion des Tesla Model 3 - also Hinterradantrieb - gibt es in China erst ab ca. 280.000 Yuan. Das sind 40.500 € und damit kostet der BYD Seal nach aktueller Umrechnung um ca. 10.000 Euro weniger! Wir vermuten aber, dass das Fahrzeug in Europa teurer sein wird. Dazu haben wir uns als Maßstab die Preise des MG ZV EV in China und Deutschland angesehen - und in Deutschland kostet der MG ca. 20 % mehr als in China. Wenn wir das auf den BYD Seal umlegen, dürfte das Basismodell des BYD Seal in Deutschland ca. 36.000 Euro kosten. Was immer noch um einiges günstiger wäre als ein Model 3. Die große Frage ist also – ist der BYD Seal eine tatsächliche Alternative zu einem Tesla oder einem anderen guten Elektroauto?

Sehen wir uns den SEAL und BYD genauer an: Die Premiere der sportlichen Limousine wurde gerade in China gefeiert. Die ersten Exemplare des Elektroautos, dessen Produktion im Juni gestartet wurde, sind an Kunden ausgeliefert worden.
Das Fahrzeug, das auf der neuen 3.0-Plattform des Unternehmens aufbaut, ist in der Mittelklasse angesiedelt und 4 Meter 80 lang.

Die neue Elektroplattform 3.0 von BYD erlaubt Hinterrad- und Allradkonstruktionen.

Zum ersten Mal baut BYD im neuen Seal die Akkus direkt in die Karosserie ein, ein Highlight der neuen 3.0-Plattform. Das nennt sich Cell-to-Body (CTB) oder Cell-to-Chassis (CTC) und soll folgende Vorteile mitbringen:
Mehr Sicherheit bei Frontalzusammenstößen und eine Erhöhung der allgemeinen Steifigkeit der Karosserie, was vor allem zu besserem Kurvenverhalten und zu besseren Fahrwerkseigenschaften führen soll.
Außerdem ist die generelle Volumenausnutzung durch diese Technik verbessert worden.

Eine weitere technische Finesse der Plattform ist das Intelligence Torque Adaption Control System (kurz iTAC). Hierbei handelt es sich um eine neue Fahrdynamikregelung, die mit besonders genau arbeitenden Sensoren ausgestattet ist. Diese sollen für erhöhte Fahrstabilität sorgen und Fahrsituationen vorausschauend erkennen.

Wir sind gespannt, wie sich das Fahrzeug in den Bereichen Handling, Fahrkomfort und Fahrdynamik dann tatsächlich schlagen wird, denn was wir bei unseren Tests von chinesischen Elektroautos schon herausgefunden haben, ist, dass sie zwar viele Features bringen, die auch alle interessant klingen, aber oft nicht überzeugen können.

Es wird drei Versionen geben: Hinterradantrieb mit kleiner 61-kWh- und großer 83-kWh-Batterie für jeweils 550 oder 700 Kilometer Reichweite. Das ist allerdings nicht nach WLTP gemessen, sondern nach dem nicht so aussagekräftigen chinesischen CLTC-Standard. Wir schätzen, dass der WLTP-Wert beim kleinen Akku bei ca. 490 km und beim großen Akku bei ca. 620 km liegen wird.

Hinzu kommt noch eine Allradversion mit großem Akku, die laut CLTC-Standard 650 km weit kommen soll. Wir nehmen einen WLTP-Wert von ca. 580 km an.

Die Hinterrad-Versionen gibt es mit 150- oder 230-kW-starkem-Motor, die Allradversion leistet mit zwei Motoren 390 kW (530 PS) und soll nur 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h benötigen.

Die LFP-Akkus sind aus eigener Produktion und lassen sich mit maximal 110 kW (im kleinen Akku) oder 150 kW (im großen Akku) laden. Das ist nicht exorbitant schnell, kann aber bei lang gehaltener Ladeleistung von 150 kW doch genug sein. Es werden die als besonders sicher beworbenen Blade-Akkus eingesetzt. Zum Vergleich: Tesla lädt an den neuen V3 Superchargern mit bis zu 250 kW und auch der KIA EV6 oder der Hyundai IONIQ 5 schaffen über 200 kW.

BYD will 15.000 Autos im Monat produzieren und meldet für China schon 60.000 Vorbestellungen für das Fahrzeug.

Das Design und die Optik des BYD Seal sind stark – auch die technischen Daten versprechen so einiges – wenn das Auto dann auch noch zu einem guten Preis weit unter Tesla angeboten werden kann, dann sehen wir eine rosige Zukunft für BYD in Europa voraus.

3 Millionen Tesla-Fahrzeuge

Anfangs glaubte kaum jemand an den Erfolg von Tesla.
Heute hat Tesla Chef Elon Musk bei der diesjährigen Hauptversammlung bekannt gegeben, dass das Unternehmen seit Beginn der Produktion im Jahr 2008 drei Millionen Elektroautos hergestellt hat. Zum Vergleich: Vor 10 Jahren waren es weniger als 10.000 Autos. 

Elon Musk sagt laut eigener Vorgabe, dass er sich vorstellen kann, dass ab 2030 jährlich sogar 20 Millionen Fahrzeuge hergestellt werden. Die Produktion soll also in den kommenden Jahren weiter stark steigen.

Für seine ehrgeizigen Ziele braucht Tesla laut Elon insgesamt bis zu 12 „Giga-Factorys“. Er hat angedeutet, dass die nächste in Kanada entstehen könnte. Derzeit gibt es diese riesigen Giga-Factorys in Fremont, in Buffalo und in Texas in den USA, in Shanghai in China und in Berlin – also insgesamt bereits 5.

Als Nächstes startet der Pick-up „Cybertruck“ (aber wohl nur in Nordamerika). In Europa werden keine Reservierungen mehr entgegengenommen. Dazu später mehr.

Fisker Ocean

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Fisker Ocean (Quelle: autozeitung.de)

Der Auftragsfertiger Magna will Mitte November 2022 in Graz mit der Serienfertigung des Fisker Ocean beginnen.

Bevor es so weit ist, müssen noch abschließende Tests durchgeführt werden, für die Magna jetzt 55 Prototypen des Fahrzeugs gebaut hat. Fisker baut eben nicht selbst, sondern lässt produzieren.
Die Prototypen dienen der Optimierung der Teilequalität, so CEO Henrik Fisker. Mit den Funktionen und Eigenschaften des Fahrzeugs sei man schon sehr zufrieden.

Die Erstausgabe “Ocean One” ist mit 5000 Stück angesetzt und schon restlos ausverkauft, obwohl man 5000 Dollar Anzahlung leisten musste.
Fisker prognostiziert, dass über 50 % seiner Fahrzeuge auf dem europäischen Markt verkauft werden und die Vorbesteller-Zahlen scheinen das zu bestätigen. Das finden wir interessant, denn so einen großen Anteil hätten wir nicht erwartet.
Für das Standard-Modell liegen laut Fisker inzwischen über 56.000 Reservierungen vor. Das Fahrzeug ist beliebt, und daher wird für das Jahr 2024 die Verdreifachung der Produktion von 50.000 auf 150.000 Fahrzeuge pro Jahr angestrebt.

Toyota ruft bZ4X teilweise zurück

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Toyota bZ4X (Quelle: toyota.de)

Toyota musste sein neues Elektroauto bZ4X teilweise zurückrufen. Nicht einmal 2 Monate nach der Markteinführung fand die Rückrufaktion statt.

Laut einer Mitteilung von Toyota in den USA besteht die Gefahr, dass sich schon nach einer geringen Laufleistung ein Radnabenbolzen lockert, was dazu führen kann, dass sich während der Fahrt ein Rad lösen könnte, die Kontrolle über das Fahrzeug verloren geht und so Unfälle vorprogrammiert sind. Betroffen sind weltweit ca. 2700 Autos. In Deutschland sind davon 283 zugelassen.

Experten sind davon ausgegangen, dass Toyota das Problem schnell in den Griff bekommen würde. Leider scheint das aber nicht der Fall zu sein und nun hat Toyota in einem Brief Käufern das Angebot eines Rückkaufs unterbreitet.

Laut Toyota hängt allerdings der Rückkauf vom Zustand des Fahrzeugs ab.

CATL Akku-Marktführer

Im ersten Halbjahr 2022 wurden laut den Marktforschern von SNE Research weltweit Akkus mit einer Gesamtkapazität von 203,4 Gigawattstunden in Elektroautos verbaut. Davon wurden 34,8 Prozent oder 70,9 GWh von CATL produziert. Das ist ein richtig großer Anteil.
Damit ist CATL mit großem Abstand Marktführer vor der Nummer zwei LG Energy Solution, die auf einen Marktanteil von 14,4 % kommen.
Auf dem dritten Platz findet sich BYD wieder. Der Hersteller des vorhin vorgestellten BYD Seal - die sind auch auf dem Gebiet der Akkuproduktion ein großer Player.

Die großen 3 bringen es somit gemeinsam auf einen Marktanteil von über 60 %.
Panasonic, Samsung SDI, Sunwoda, SVOLT sowie andere finden sich dann auf Platz 4 bis 10. 

Wie schnell die Entwicklung voranschreitet, sieht man, wenn man die Zahlen des letzten Jahres als Vergleich heranzieht:
Im gesamten Jahr 2021 hat CATL eine Kapazität von 96,7 GWh verbaut. 2022 hat CATL aber bereits in den ersten sechs Monaten 70,9 GWh geschafft.

DeLorean Alpha 5

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DeLorean Alpha 5 (Quelle: fiz-x.com)

Ein besonderes Auto soll seine Auferstehung als Elektroauto feiern:

Es geht um den DeLorean Alpha 5.

Der kultige DeLorean, der seinen Status den “Zurück in die Zukunft”-Filmen aus den achtziger Jahren verdankt, soll nun nach etlichen missglückten Wiederbelebungsversuchen tatsächlich Ende August der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das Design würden wir im Vergleich zum Vorbild als modernes, aber konventionelles Sportwagendesign bezeichnen. Nur die Flügeltüren erinnern noch an den DMC-12 DeLorean.

Diese sind jedoch so groß, dass sowohl die hinteren als auch die vorderen Passagiere gleichzeitig einsteigen können.

Genaue Daten zu den Fahrleistungen gibt es noch nicht, jedoch verspricht DeLorean eine Beschleunigung von 0 auf 100 in ca. drei Sekunden und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Für Fans des Films hat DeLorean noch eine wichtige Information: Bis zum Erreichen der für den Zeitsprung nötigen 145 km/h, braucht der Wagen nur 4,35 Sekunden!

Unsere Meinung steht jedenfalls fest: Das Design kommt nicht an das des Originals heran.

Tesla Cybertruck teurer

Nun zum Cybertruck von Tesla: 2023 soll er ausgeliefert werden, doch er wird teurer als versprochen.

Gründe für die Preissteigerung seien laut Elon Musk die Inflation und “andere Probleme”.


Kommen wir nun aber zum Preis. Wie viel wird der Cybertruck denn kosten?


Der ursprüngliche Preis lag bei 39.900 US-Dollar. Jetzt soll das Fahrzeug mit Allradantrieb 49.900 US-Dollar kosten und das Drei-Motor-Modell 69.900 US-Dollar.

Ob die Fahrzeuge am Ende wirklich so viel kosten werden und ob der Cybertruck in Europa überhaupt zugelassen wird, ist aber noch unklar. Derzeit lässt er sich jedenfalls nur noch in Nordamerika reservieren.


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