Elektroauto-News #82

Togg Testfahrzeuge, Mini Concept Aceman, Sono Sion, Toyota Wechselakkus, Akku-Recycling, BAFA-Prämie, Mercedes AMG EQE SUV, Cadillac Compact SUV

Togg Testfahrzeuge

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Togg EV (Quelle: Togg)

Der türkische Präsident Erdoğan hat seit Mitte der 2010er-Jahre sein Prestige-Projekt einer nationalen Fahrzeugmarke forciert.
Ein türkischer Hersteller sollte geschaffen werden, um in der Türkei nicht mehr nur für ausländische Marken wie Renault oder Fiat zu produzieren. In der Türkei werden nämlich jährlich mehrere hunderttausend Autos für ausländische Hersteller gefertigt.
Die eigene Marke Togg wurde 2018 als Unternehmenskooperation von einigen der größten türkischen Konzerne gegründet und wird vom türkischen Staat zum Beispiel mit Steuernachlässen und dem Erlass von Zinsen unterstützt.
Gleich von Anfang an hat man sich als Elektroautohersteller positioniert und Ende 2019 zwei Prototypen präsentiert: ein kompaktes SUV, das voraussichtlich nächstes Jahr in Produktion gehen wird und eine Stufenheck-Limousine, die einige Zeit später erscheinen soll.

Nun meldet sich die neue türkische Elektroautomarke mit einem Meilenstein zu Wort:

Erste Testfahrzeuge des geplanten SUVs sind in der Türkei in der Nähe von Istanbul produziert worden und bis Ende November will man den Produktionsprozess optimiert haben und die Serienreife der Anlage verkünden.

Die jetzt fertiggestellten Fahrzeuge sind also keine Vorserienfahrzeuge, sondern “Manufacturing Try-outs” die lediglich dem Test der Produktionsanlagen dienen.

Erst Ende November sollen dann die ersten Vorserienfahrzeuge gebaut werden.

Bis zum Ende des ersten Quartals 2023 werden dann auch die technischen Zertifizierungstests zur Einhaltung von EU-Normen abgeschlossen sein - der baldigen Markteinführung sollte dann nichts mehr im Wege stehen und dann gibt es das erste Elektroauto "Made in Turkey".

Das erste aus türkischer Produktion stammende SUV soll bekanntlich in verschiedenen Varianten auf den Markt kommen. Technisch hat man sich für zwei Batterievarianten entschieden, eine große für 500 km Reichweite und eine kleine für 300 km. Es wird einen Hinterradantrieb mit 147 kW oder einen Allradantrieb mit 294 kW geben. Mit diesem soll man in nur 4,8 Sekunden von null auf 100 beschleunigen können. Das Fahrzeug lässt sich in 30 Minuten an einer Schnellladesäule von zehn auf 80 Prozent aufladen.
Als Besonderheit wäre zu erwähnen, dass man bei der ästhetischen Gestaltung des Fahrzeugs zweigleisig gefahren ist: Es wird eine Version für westliche Geschmäcker und eine für orientalische geben. Wir sind gespannt darauf, zu erfahren, was das im Detail bedeuten wird.

Was ist an TOGG denn so besonders bzw. wodurch könnten sie sich von anderen Herstellern abheben? Nun bei TOGG gilt “Software statt Hardware”, denn laut dem CEO von Togg soll das den Unterschied machen. Elektrofahrzeuge werden in Zukunft über die Softwarefunktionen verkauft, so seine Vorhersage. Er will nicht so wie die anderen Hersteller das Netz ins Auto bringen, sondern umgekehrt das Auto ins Netz. Es soll Teil eines umfassenden Netzwerks werden in dem Daten und der Zugang zum Fahrer ausschlaggebend sind. So will Togg sein Geld in nicht allzu ferner Zukunft mit Diensten und Daten verdienen und nicht mehr mit dem Auto selbst. Togg könnte aber auch versuchen, die Konkurrenten über den Preis anzugreifen, jedoch sind dafür hohe Verkaufszahlen nötig.
Auf dem nationalen Markt in der Türkei könnte man Erfolg haben und hohe Produktionszahlen erreichen, so auch die Prognosen. aber dazu müsste man zum Beispiel im Bereich der Ladeinfrastruktur in der Türkei noch größere Anstrengungen unternehmen.

Wird Togg es schaffen, in absehbarer Zeit den großen und etablierten Elektroauto-Playern wie Tesla oder VW Konkurrenz zu machen? Im nächsten Jahr gibt es vielleicht schon eine Antwort darauf.

Mini Concept Aceman

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Mini Concept Aceman (Mini/Fabian Kirchbauer)

Die britische Automarke Mini hat ein Konzeptauto mit dem Namen Concept Aceman präsentiert: Bis zum Jahr 2030 will man sich bekanntlich zum reinen Elektroautobauer transformiert haben und bietet mit dem Aceman einen Ausblick auf die Zukunft.
Das Fahrzeug soll zwischen Mini Cooper und Mini Countryman positioniert werden und nach Aussage der Markenleiterin Stefanie Wurst für ein “elektrifiziertes Go-Kart-Feeling" und das komplette Eintauchen in eine digitale, virtuelle Umgebung stehen. Das alles unter der Prämisse des möglichst kleinen ökologischen Fußabdrucks.

Der MINI Concept Aceman wird auf einer Elektro-Plattform basieren, die aus dem Joint Venture von Mini mit dem chinesischen Hersteller Great Wall Motor (GWM) hervorgehen wird. Es werden Front- oder Allradantriebe möglich sein, jedoch gibt es noch keine Informationen, welche Antriebsform der Aceman verwenden wird.

Der Mini Concept Aceman ist 4,50 m lang, 1,99 m breit, 1,59 m hoch und soll mit viel Platz im Innenraum und der Konzentration auf das Wesentliche überzeugen. So wurden kurze Überhänge vorne und hinten gewählt, welche das Platzangebot vergrößern und auch die Fahrdynamik verbessern.

Ein Highlight sollen die sogenannten “Experience Modes” werden. Diese bestehen aus einem Zusammenspiel spezifischer Anzeigen und Farbwelten auf dem Hauptinstrument, einer Innenraum-Projektion und einer darauf abgestimmten Soundinszenierung. Der Mini soll Ende August auf der Gamescom in Köln vorgestellt werden. Dann wird es auch hoffentlich mehr Informationen zu dem Fahrzeug geben.

Sono Sion

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Sono Sion Solar EV (Quelle: Sono Motors)

Das deutsche Elektroauto-Start-up Sono hat die Serienversion seines Solar-Fahrzeugs Sion vorgestellt. Wir hatten das Fahrzeug in früheren Folgen schon vorgestellt. Beim Sion handelt es sich um einen Mini-Van mit Solarzellen in der Karosserie, der nach mehreren Jahren Verspätung ab dem dritten Quartal 2023 erhältlich sein soll.

Für die Serienversion wurden noch einmal einige Design-Änderungen eingearbeitet - dazu gehören ein generell aufgeräumteres und klareres Erscheinungsbild, sowohl innen als auch außen.
Ebenso wurden die Scheinwerfer und Rückleuchten sowie die Seitenlinie und die Türgriffe neu gestaltet. Am Heck gibt es jetzt eine Rückfahrkamera und eine neue Ladeklappe.
Im Innenraum hat man mehr Platz geschaffen, die Sitze wurden angepasst und ein neues Lenkrad integriert.

Ansonsten bleibt es bei den angekündigten Eckdaten:

Das Auto verfügt über 456 Solar-Halbzellen auf dem Dach, in der Motorhaube und in den Seiten. Diese Solarzellen sollen für eine Reichweitenerhöhung von 112 bis 245 km pro Woche sorgen.
Der LFP-Akku fasst 54 kWh und soll für 305 km reichen. Er kann mit maximal 75 kW DC oder 11 kW AC geladen werden.

Ein interessantes Alleinstellungsmerkmal ist die Fähigkeit des bidirektionalen Ladens: Mit bis zu 11 kW können externe Elektrogeräte gespeist werden.

Das Auto des Münchener Start-ups soll 25.126 Euro netto kosten und ab 2023 beim finnischen Auftragsfertiger Valmet vom Band laufen.

Toyota Wechselakkus

Wechselakkus sind in der Industrie weiterhin ein Thema, daher arbeitet Toyota zusammen mit Yamato Transport, einem japanischen Logistikdienst an einem Standard für Akkupakete, die schnell getauscht werden können. Diese sollen dann bei Nutzfahrzeugen Verwendung finden. Im PKW-Bereich setzt Toyota nun auch mit etlichen neuen Elektroautomodellen auf den batterieelektrischen Antrieb.  

Wir verfolgen gespannt die Entwicklung und halten euch auf dem Laufenden!

Akku-Recycling

Die Japaner des Start-ups “Emulsion Flow Technologies” wollen mit ihrer neuen Methode die zehnfache Menge an Kobalt und Nickel aus alten Akku-Zellen herausholen als bisher üblich und das bei Einsparung von vier Fünfteln der Kosten. 
Die Reinheit der extrahierten Metalle soll darüber hinaus bei 99,99 Prozent liegen, was sie für die sofortige Weiterverarbeitung prädestiniert.

BAFA-Prämie Deutschland Nachtrag

Nach aktuellen Informationen soll der Herstelleranteil wie bisher bei 50 % des staatlichen Anteils verbleiben. 

Damit ergeben sich folgende Kalkulationen: 

für 2023: 

Fahrzeuge bis 40.000 € Nettolistenpreis werden mit 4500 € staatlichem Zuschuss plus 2250 € Herstelleranteil gefördert - also insgesamt mit 6750 € Förderbetrag (netto) 

Fahrzeuge bis 65.000 € Nettolistenpreis werden mit 3000 € staatlichem Zuschuss + 1500 € Herstelleranteil gefördert - das heißt insgesamt 4500 € Förderbetrag (netto)

für 2024 gilt:

Fahrzeuge bis 45.000 € Nettolistenpreis werden mit 3000 € staatlichem Zuschuss + 1500 € Herstelleranteil also insgesamt 4500 € Förderbetrag (netto) gefördert.

Die Ankündigung der Bundesregierung, wie es mit der Prämie für Elektroautos weitergeht, hat auch schon ihre Wirkung entfaltet:

Denn die neuen Regelungen haben wohl bei vielen Interessenten für Planungssicherheit gesorgt. Es gibt es nun eine klare Perspektive, wie es weitergeht, und das hat dafür gesorgt, dass viele Elektroauto-Interessenten ihre Zurückhaltung aufgegeben haben.
Was wir durchaus verstehen können. Ungewissheit sorgt für Zurückhaltung.

Mercedes AMG EQE SUV

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Mercedes AMG EQE SUV (Quelle: Stefan Baldauf)

Der Mercedes AMG EQE 53 SUV wurde bei Testfahrten abgelichtet. Das ist die leistungsstärkere Variante des EQE SUV, von dem noch nicht einmal die Standardversion vorgestellt wurde. 
Preislich wird sich das Fahrzeug im Bereich von ca. 115.00 Euro bewegen und soll Ende des Jahres vorgestellt werden.

Cadillac Compact SUV EV

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Cadillac SUV EVs (Quelle: Stefan Baldauf)

Der zweite Elektro-Erlkönig ist der Cadillac Compact SUV EV.

Einen Namen hat Cadillac noch nicht genannt, daher nennen wir es mal Compact SUV. Das Design erinnert uns an das Grunddesign von Cadillac, wie man es zum Beispiel beim Lyric schon gesehen hat. Die Nase wird niedrig sein, der Frontgrill groß und die LED-Leuchten an der Front schlank. Das kompakte SUV wird dabei etwas kleiner ausfallen als der Lyriq. Zuerst wird der Elektro-Cadillac in den USA auf den Markt kommen. Wann er es dann tatsächlich nach Europa schafft, ist noch nicht bekannt. 


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