Elektroauto-News #74

Tesla-Probleme beim TÜV, Produktionsende Hyundai Ioniq Elektro, Polestar 3, Tesla Cybertruck, Neue MEB-Plattform für den Cupra Urban Rebel 

Tesla-Probleme beim TÜV 

Das Tesla Model 3 erfreut sich in zahlreichen Ländern der Welt sehr großer Beliebtheit, in Deutschland waren am ersten Januar 2022 über 66.400 Fahrzeuge der Marke, also sowohl Model 3, aber auch Model S, X und Y auf der Straße.
Der Großteil davon sind natürlich Model 3, welche in Europa seit Frühjahr 2019 ausgeliefert werden. Vor allem zu Beginn gab es immer wieder Beanstandungen hinsichtlich der Verarbeitungsqualität, wobei insbesondere die Spaltmaße bemängelt wurden. Meist war dies jedoch kein Problem und Tesla hat diese Mängel ohne Diskussionen behoben. Oft konnte dies sogar direkt während der Auslieferung geschehen, sodass der Kunde gar nicht eigens zu Tesla hinfahren musste.
Gravierendere Mängel waren eher die Ausnahme.
Das Auto ist wirklich etwas Besonderes und so erfreuen sich seit mittlerweile gut 3 Jahren Tausende glückliche Tesla-Fahrer an ihren Fahrzeugen und sind damit teilweise schon etliche Zehntausende Kilometer gefahren und hatten nie Probleme. Doch jetzt, nach 3 Jahren, steht die erste Hauptuntersuchung bzw. das Pickerl, so wie es in Österreich genannt wird, an.
Tausenden Model 3 droht nun, dass sie keine Plakette oder kein Pickerl mehr erhalten – was ist das für eine Meldung – denn man könnte den Mangel doch einfach beheben, oder? Ja, aber so einfach und vor allem so günstig scheint der Spaß leider nicht zu sein.

Worum geht es nun genau?

Ein deutscher Tesla-Kunde hat Risse in der tragenden Bodenstruktur seines Model 3 entdeckt. Ein Einzelfall könnte man meinen, doch dem ist nicht so – denn Recherchen des Kunden haben ergeben, dass diese Dellen und Risse sehr regelmäßig auftreten, und zwar bei 3 von 4 Aufhängungen am Unterboden, wo sich auch der Akku befindet. Das sind 75 % der Fälle und das lässt sehr stark auf eine Fehleinstellung eines Roboters in der Produktion schließen - so die Berichte.
Wir haben dazu aber noch eine andere Meinung, dazu kommen wir gleich.

Viele der ersten Model 3 hatten vermehrt kleine Mängel am Lack, riesige Spaltmaße, der Kofferraum war nicht mittig eingesetzt, sodass er nicht anständig geschlossen werden konnte und auch im Innenraum gab es Schönheitsfehler. Aber grobe technische Mängel gab es nicht. Tesla nannte diese Mängel alle nur kleine und leicht behebbare Mängel und genau so sieht Tesla jetzt auch diesen Fall. Doch sind Risse im tragenden Unterboden wirklich nur ein minimaler Mangel?

Der deutsche TÜV sieht das, zumindest teilweise, anders. So hat sich der TÜV eben jenes Model 3 dieses genannten Kunden angesehen und bestätigt, dass der Wagen so keine TÜV-Plakette mehr bekommt. Die Reparatur würde rund 15.000 € kosten, weil auch der Akku ausgetauscht werden müsse. Da kann man leider nicht mehr von einem minimalen Mangel sprechen.
Aber es geht noch weiter. Da es sich bei den betreffenden Teilen um die Wagenheberaufnahmen handelt, gibt es Befürchtungen bezüglich der Stabilität beim nächsten Reifenwechsel, wenn der Wagen angehoben wird. Nässe und Salz insbesondere im Winter könnten außerdem an den beschädigten Stellen ins Material eindringen und womöglich mit der Zeit zu erhöhter Korrosion führen.

Der Punkt Stabilität beim Reifenwechsel geht für uns ehrlich gesagt zu weit und man könnte meinen, dass es da jemand beim TÜV übergenau genommen hat.

Interessant finden wir auch Folgendes: Beim Model 3 wurde von Tesla empfohlen, sogenannte Hubarmpolster zu verwenden, wenn man das Auto am Wagenheber anhebt. Manche nennen sie auch Wagenheber-Pads oder Gummiauflagen, die zwischen Wagenheber und Unterboden kommen. Die schützen den Unterboden und gewährleisten, dass alle Werkstätten das Auto an den dafür vorgesehen Karosseriehebepunkten anheben.

Denn das Anheben an anderen Stellen kann Schäden verursachen und Schäden durch falsches Anheben des Model 3 sind nicht durch die Garantie abgedeckt. So liest man es in der Betriebsanleitung des Model 3. Sind diese Risse also bereits in der Produktion oder erst durch das falsche Anheben des Autos entstanden?
Die meisten Werkstätten wussten im Jahre 2019 nämlich nichts von den Gummiauflagen. Aber selbst wenn die meisten Werkstätten es heutzutage wissen, weil die Kunden mit den Gummipads aufgetaucht sind - oder manche Werkstätten sogar selbst welche eingekauft haben - lassen sie sie mittlerweile des öfteren mal weg, weil schnelle Arbeit verlangt. Wir haben das selbst erlebt und mussten gerade zu Beginn im Jahr 2019 darauf bestehen, diese Hubarmpolster zu verwenden. Dann 2020 und 2021 nicht mehr, aber dieses Jahr mussten wir wieder darauf bestehen, denn man wollte das Auto ohne Gummiauflagen schnell anheben.
Wir halten nichts von "schnell schnell", aber das ist ein anderes Thema.

Doch bei korrekter Positionierung des Wagenhebers dürfte auch ohne diese Gummipads nichts passieren und "75 % der Fälle" klingt für uns eher nach einem Produktionsfehler, als dass 75 % aller Model 3 in Europa zumindest einmal falsch angehoben wurden.

Von einem anderen TÜV-Gutachter wurde übrigens berichtet, dass diese Beschädigung derzeit nicht als schwerer Mangel zu sehen sei und damit für die Ausstellung der Plakette doch kein Problem darstellen würde. Das würde wieder auf die Übergenauigkeit des ersten TÜV-Gutachters sprechen.

Aber mal ehrlich, unabhängig davon, ob es nun ein schwerer Mangel ist, oder “derzeit” noch als leichter Mangel durchgeht - bei einem Auto, für das man rund 60.000 € bezahlt, sollte so etwas trotzdem nicht sein.  

Was wird jetzt weiter passieren?
Seitens Tesla gibt es die Garantie über die ersten 4 Jahre oder 80.000 km, die besagt: “Direkt von Tesla übernommen werden Reparatur- und Austauschmaßnahmen, die notwendig sind, um Material- oder Herstellungsfehler an allen von Tesla hergestellten oder gelieferten Teilen zu beheben, die unter normalen Nutzungsbedingungen in einem Zeitraum von 4 Jahren oder nach 80.000 km auftreten, je nachdem was zuerst eintritt”. Wäre der beschriebene Mangel also eindeutig ein Herstellungsfehler von Tesla, muss der dadurch entstandene Schaden also auch von Tesla übernommen werden.

Tesla selbst hat das jedenfalls bei dem nun an die Öffentlichkeit gelangten Fall anders gesehen, es sei bloß ein kosmetischer Mangel, auch weil der Schaden im Normalbetrieb gar nicht zu sehen ist und laut Tesla nicht sicherheitsrelevant sei. Deswegen würde es sich nicht um einen Garantiefall handeln.

Aber Risse im tragenden Unterboden klingt eher nicht nach einem kosmetischen Mangel. Außer natürlich diese Risse könnten niemals und unter keinen Umständen zu einem Stabilitätsverlust führen.
Da es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt, ist dieses Thema für jeden Model-3-Fahrer von Bedeutung oder zumindest 75 % davon. Denn wenn nun mehr und mehr - erst 3 Jahre junge - Model 3 zur HU oder zum Pickerl müssen und keine neue Plakette oder ein neues Pickerl bekommen, wird das ein großes Thema werden - im aktuellen Fall wurde bereits ein Anwalt und ein Gericht eingeschaltet.

Wir halten euch zu dem Fall auf dem Laufenden, wollen euch aber auch gleichzeitig die Angst und Panik nehmen, denn der Mangel betrifft wohl nur Fahrzeuge aus US-Produktion. Das Model 3 kommt ja bereits seit geraumer Zeit aus China bzw. die Model Y Performance aus Grünheide bei Berlin und diese sind nach derzeitigen Erkenntnissen nicht betroffen. 

Und selbst wenn ihr ein Model 3 aus den USA habt, also Baujahr 2019 oder 2020, gibt es auch keinen Grund zur Sorge, denn wir denken, dieses Thema wird sich klären. Entweder zeigt Tesla den deutschen Prüfern, wie sie zu überprüfen haben, oder Tesla muss die Fahrzeuge reparieren.

Hyundai Ioniq Elektro Produktionsende

hyundai ioniq elektro

Hyundai Ioniq Elektro

Gehen wir nun weiter zu einem Auto, das wahrscheinlich für sehr viele der Einstieg in die E-Mobilität war oder auch noch ist: Es geht um den Hyundai Ioniq Elektro.
Hier müssen Ioniq-Fans jetzt ganz stark sein, denn die Produktion des Ioniq wird ab Juli eingestellt!
Der Ioniq Elektro wurde ab Herbst 2016 ausgeliefert und war damals eindeutig unter den besten Elektroautos mit einem grandiosen Preis-/Leistungsverhältnis und vor allem aber auch sehr guten Verbrauchswerten. In der Praxis zeigt der Ioniq, wie Effizienz wirklich geht. Verbräuche von unter 10 kWh/100 km sind bei diesem Auto im Sommer keine Seltenheit. Ab 2019 gab es ein Facelift mit etwas größerer Akkukapazität und Reichweite, welches ebenfalls sehr beliebt wurde.

Doch die Konkurrenz, auch aus dem eigenen Hause, ist mittlerweile sehr groß. Im Jahr 2021 wurden demnach nur 2.500 Ioniq Elektro neu zugelassen, beim Kona Elektro waren es 17.000 und beim IONIQ 5 rund 8.000 Neuzulassungen. Außerdem kommt bald der IONIQ 6 auf den Markt, der dann wirklich in direkter Konkurrenz zum Ioniq Elektro stünde, jedoch bereits Technik der nächsten Generation an Bord haben wird. Restbestände sind natürlich auch über den Juli hinaus noch zu haben, solange der Vorrat reicht. Also falls ihr noch einen Neuen wollt, jetzt zugreifen! Auch als Gebrauchtfahrzeug ist der Ioniq Elektro ebenfalls schon vielerorts zu bekommen.

Polestar 3 - Erste Bilder

polestar 3

Polestar 3 (Quelle: Polestar)

Kommen wir zum Polestar 3.
Der wird eigentlich erst im Oktober offiziell vorgestellt, doch schon jetzt hat Polestar erste offizielle Fotos veröffentlicht. Das SUV wirkt auf den Bildern ziemlich imposant mit einem sehr auffallenden Design am Heck mit dem leicht abfallenden Dach sowie dem Spoiler und den markanten Rückleuchten. Zum Launch im Oktober ist der Polestar 3 mit einem Dual-Motor-Antrieb und einer großen Batterie ausgestattet, um eine Reichweite über 600 km (WLTP) zu erreichen. Neben dem markanten Heckdesign fällt bei den neuen Aufnahmen besonders auch die Front auf, wo über den Scheinwerfern auch etwas wie eine Art Spoiler angebracht ist. Das gefällt uns.
Der Polestar 3 soll direkt ab seiner Vorstellung im Oktober auch bestellbar sein, die ersten Auslieferungen dürften demnach wohl ab Anfang 2023 folgen. Polestar hat angekündigt, nun bis 2025 regelmäßig ein neues Modell auf den Markt bringen zu wollen, wobei hier eben noch 2022 der Polestar 3 kommt, im Jahr 2023 wird dann der Polestar 4 kommen wird und 2025 der Polestar 5. Damit einhergehend möchte Polestar seinen Absatz von 29.000 Autos im Jahr 2021 auf 290.000 bis Ende 2025 steigern, also eine Verzehnfachung in nur 4 Jahren erreichen.

Tesla Cybertruck - Neue Bilder

tesla cybertruck innen

Tesla Cybertruck Innenraum

Neue  Innenraumbilder eines Cybertruck sind aufgetaucht und die möchten wir euch zeigen. Zu erkennen ist eindeutig das Yoke-Lenkrad, welches mit seinen Touch-Bedienflächen schon aus dem neuen Model S und X bekannt ist. Außerdem sieht man den Scheibenwischer, der in früheren Versionen noch gar nicht vorhanden war, sowie die Sicht in den Außenspiegel, welcher ziemlich groß dimensioniert ist. Auf dem großen Display in der Mitte läuft momentan noch die Software des Model X. Bleibt zu hoffen, dass Elon Musk den Cybertruck doch auch nach Europa bringen möchte, denn reservierbar ist er bei uns derzeit leider gar nicht.

Neue MEB-Plattform für den Cupra Urban Rebel

cupra urban rebel

Cupra Urban Rebel (Quelle: Cupra)

Auf welcher Plattform kommt der Cupra Urban Rebel auf den Markt? Eine Frage, die wir uns schon seit einiger Zeit stellen. Denn die MEB-Plattform lässt ja laut der Volkswagen-Gruppe keine kleineren Modelle als den ID.3 zu. Jetzt gibt es die Antwort und ein paar neue Aufnahmen vom Urban Rebel.
So wird es eine eigens für diese kleineren Modelle angepasste MEB-Small-Plattform geben, welche sich im Wesentlichen dadurch von der normalen MEB unterscheidet, dass der Motor an der Vorderachse sitzt, die MEB-Small somit Frontantrieb hat. Dadurch dass sich die Hochvolttechnik nur im vorderen Bereich des Autos befindet, werden die Kosten gesenkt.
Neue Aufnahmen haben wir außerdem von einer seriennahen Studie des Urban Rebel für euch: Das Fahrzeug hat mittlerweile 5 Türen, sodass auch hinten der Einstieg erleichtert wird, die Abmessungen der aktuellen Studie liegen bei 4,04 m in der Länge, 1,98 m in der Breite inklusive Außenspiegel und 1,58 m in der Höhe. Der Urban Rebel geht damit mehr in Richtung kleines SUV, was auch durch die große Bodenfreiheit von 21,8 cm unterstrichen wird.
Akkugrößen gibt es noch nicht, die angepeilte Reichweite soll aber bei etwa 440 km liegen. In der Studie ist der Urban Rebel mit 234 PS recht stark motorisiert, 6,9 Sekunden vergehen von 0 auf 100 km/h. Abgeriegeltt wird der Urban Rebel höchstwahrscheinlich bei 160 km/h, wie auch der Born. Im Interieur finden wir ein sportliches Cupra-Lenkrad und ein Infotainmentdisplay ähnlich wie in den bisherigen ID-Modellen mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die Wisch-Slider für die Lautstärke sowie die Temperatur im Urban Rebel beleuchtet sind. 2025 soll es so weit sein, da soll der Cupra Urban Rebel auf den Markt kommen.


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