Elektroauto-News #72

City Transformer CT-1, Lightyear One, Akku Recycling in Europa, Antrag Änderung Stichtag Umweltbonus im Bundestag abgelehnt

City Transformer CT-1

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City Transformer CT-1 (Quelle: motor.com.co)

In dieser Woche ist unser großes Thema Stromverbrauch.
Der Stromverbrauch von Elektroautos hängt grundlegend vom Gewicht, der Aerodynamik und vom Antrieb ab. Viele sagen daher, dass wir kleine und leichte Elektroautos brauchen, welche auch vor allem in der Stadt sinnvoll sind – andere versuchen wiederum die Sonne als Energiequelle zu integrieren. Der City Transformer CT-1 macht nun Schlagzeilen; dabei handelt es sich um ein noch kleines Start-up aus Israel, welches Mobilität neu definieren möchte. Jetzt hat eine Finanzierungsrunde stattgefunden und auch ihren positiven Abschluss gefunden, welche den Weg in die Serienproduktion ebnet. So stehen dem Unternehmen jetzt 10 Millionen US-Dollar zur Verfügung, mit denen die Serienproduktion gestartet werden und eine Markteinführung ab 2024 beginnen soll. Puh, mit 10 Millionen eine Serienproduktion zu starten, ist eine Herausforderung, aber gut – das Auto ist klein.

Doch was genau ist dieser City Transformer CT-1 eigentlich? Eines vorweg, es hat leider nichts mit dem Film Transformers zu tun, die sind immer noch nicht bei uns gelandet, sondern nur in Hollywood. Auch wenn der Name City Transformer CT-1 durchaus an Optimus Prime und Bumblebee erinnert, aber optisch ist er dann doch ein Stück weit entfernt. Es ist nämlich ein urbanes elektrisches Kleinstfahrzeug mit sehr kompakten Abmessungen. So ist das Modell 2,5 m lang und misst 1,4 m in der Breite. Um in der Fahrgastzelle dennoch Platz für 2 Personen zu bieten ist der CT-1 relativ hoch, die Höhe misst 1,58 m, das ist fast so hoch wie ein VW ID.4. Also auf Symmetrie und Design sollte man bei dem Auto nicht achten. Soweit so gut, solche Kleinstfahrzeuge bieten auch andere Vorteile und auch andere Hersteller arbeiten an genau solchen Autos für die Stadt. Der e.Go Life wäre ein solcher Vertreter. Auch Magna-Gründer Frank Stronach hatte ja den Plan, mit einem Mini-E-Auto auf den Markt zu kommen. Es sollte ein dreirädriges Fahrzeug sein, welches bis zu 25 km/h schaffen und 80 km weit kommen sollte. Die Kosten für das Auto wären bei nur 4.000 € gelegen. Die Pläne sahen eine Fertigung in der österreichischen Steiermark vor, doch seit September 2021 war dann nichts mehr dazu zu hören. Mal sehen, ob es da wieder ein Lebenszeichen gibt.

Auch das Zetta City Module 1 ist ein solches elektrisches Mikroauto, das wir schon vor längerer Zeit vorgestellt hatten. Das Auto wurde in Russland entwickelt und sollte eigentlich noch 2021 starten. Doch daraus wurde nichts und insbesondere aufgrund des Krieges gegen die Ukraine ist gerade sehr fraglich, ob es dieses Auto jemals in Europa geben wird. Der angepeilte Preis von rund 5.200 € wäre jedenfalls durchaus attraktiv gewesen. Technisch wäre der Zetta ebenfalls nicht uninteressant, 98 PS Leistung verteilt auf 4 Radnabenmotoren und ein Akku mit immerhin 10 kWh, was bei dieser Fahrzeugklasse für durchaus 180 km Reichweite sorgen könnte.

Zurück zum CT-1 und einem interessanten Detail: Dieses Auto kann seine Abmessungen verändern! Aber nicht wie man denken könnte für mehr Platz, sondern für weniger - Konkret kann die Breite von 1,4 m auf genau einen Meter reduziert werden. Damit verfolgt City Transformer ganz konkret das Ziel, Mobilität in Großstädten neu aufzustellen und den Menschen zu zeigen, dass nicht jeder permanent ein riesiges 5-m-Auto fahren muss, aber dennoch seine eigene Individualmobilität genießen kann. Nur kurz zur besseren Einordnung: In den Innenstädten, wo Parkplätze schon heute absolute Mangelware sind, können auf der Fläche von einem riesigen Tesla Model X bis zu 5 CT-1 abgestellt werden, gut, realistisch mit etwas Platz dazwischen 4 CT-1. Das ist doch schon etwas. Bei nur 2,5 m Länge hätte man zusätzlich den Vorteil, dass der CT-1 auch quer geparkt werden kann, so wie das früher auch beim Smart noch möglich war, bevor er immer weiter wuchs und es auch verboten wurde. Der CT-1 hat also das Potenzial, dafür zu sorgen, dass ohne bauliche Veränderungen, nur durch Knopfdruck, das Auto für das Parken so klein wie möglich wird. Kennt jemand noch die Micro Machines? Oh  – die lieben wir!

Das Problem, das wir mit solchen elektrischen Kleinstfahrzeugen haben, ist aber folgendes - die Technik an Bord ist meistens unterdurchschnittlich und die Reichweite ist so bemessen, dass man jeden Tag aufladen muss, vor allem im Winter. Schauen wir uns die Technik beim Transformer CT-1 an:
Es sind 2 Elektromotoren mit jeweils 7,5 kW Leistung, insgesamt also 15 kW (20,4 PS) verbaut. Nicht herauszufinden war jedoch, ob diese beiden Motoren an einer Achse, also quasi ein Motor pro Rad an einer Achse, angebracht sind oder ob das Fahrzeug sogar Allradantrieb hat und somit einen Motor pro Achse, wie es beispielsweise auch bei den GTX-Modellen von VW der Fall ist. Maximal kann der CT-1 eine Geschwindigkeit von 90 km/h erreichen. Reichweitentechnisch sollen 120-180 km schaffbar sein, eine doch sehr große Spannweite und wenn das WLTP-Werte sind, können wir uns gratulieren und uns darauf freuen jeden Tag aufzuladen. Keine Infos gibt es noch, wie groß der Akku sein wird, damit hätten wir auch die Reichweite in etwa herleiten können - wir schätzen den Akku mal auf etwa 10 kWh, vielleicht etwas darüber, hoffentlich nicht etwas weniger. Der Akku soll jedenfalls innerhalb von 30 Minuten von 0 auf 80 % geladen werden können, da könnte also Typ2 für bis zu 22 kW Ladeleistung verbaut sein. Das würde auch gut zu der von uns geschätzten Akkugröße passen.

Aber kommt der CT-1 überhaupt zu uns und was kostet er eigentlich? Privatpersonen können den City Transformer aktuell gegen eine Gebühr von 150 € vorreservieren. Allerdings ist nur eine begrenzte Anzahl an Vorbestellungen möglich, was wohl auch damit zusammenhängen dürfte, dass für Vorbesteller der Kaufpreis um 3.500 € reduziert ist: von 16.000 € auf 12.500 €. Auch nicht billig das Ding.

Lightyear One

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Lightyear One (Quelle: Lightyear)

Weiter geht es mit dem Lightyear One, denn der lädt durch die Sonne, spart Strom und soll schon Ende 2022 erscheinen.

Geringer Energieverbrauch wird in Zukunft ein äußerst wichtiges Thema sein, doch nicht für jeden reicht dabei ein Kleinstfahrzeug aus, insbesondere Familien mit Kindern benötigen doch etwas mehr Platz im Auto und auch für Langstreckenfahrten soll es Autos geben. Und genau da kommt der Lightyear One ins Spiel, eine Elektro-Limousine mit konsequent windschnittigem Design und zusätzlich Solarpaneelen, um den Strombedarf noch weiter zu reduzieren. So ist es erfreulich, dass Lightyear am finalen Punkt der Entwicklung des One angelangt ist, es fehlen nur noch Crashtests und die Straßenzulassung.


Ab Spätsommer 2022 soll dann die Serienproduktion beginnen. Wie sparsam ist der One aber nun wirklich? Er hat einen 60 kWh-Akku fest verbaut, das ist in etwa vergleichbar mit dem Nissan Leaf e+, einem VW ID.3 Pro Performance oder auch mit dem Hyundai Kona. Was den One aber abhebt, ist, dass ein Prototyp letztes Jahr ganze 708 km mit nur einer Akkuladung gefahren ist. Das liegt aber nicht an den Solarpaneelen, sondern an der besonderen Effizienz des Autos. Zusätzlich kann der Lightyear One dank der Solarpaneele an einem sonnigen Tag dann bis zu 72 km Reichweite nur aus Sonnenenergie hinzuladen. Wenn wir also diese 72 km von den 708 km Gesamtfahrstrecke, die der Prototyp absolviert hat, abziehen, bleiben 636 km übrig, welche direkt aus dem 60-kWh-Akku entnommen wurden. Das entspricht einem Verbrauch von nur 9,4 kWh/100 km, das ist ein extrem guter Wert. Mal sehen, was dann tatsächlich in Serie auf die Straße kommt, wir werden uns das Auto so bald wie möglich ansehen. Leider ist der Preis etwas hoch - 150.000 € hat die “One Pioneer Edition” gekostet, die allerdings schon vergeben ist. Wer jetzt reservieren möchte, muss ganze 250.000 € für den Lightyear bezahlen.

Akku Recycling

Das Thema Akku-Recycling beschäftigt uns schon eine Weile, aber gerade in letzter Zeit spüren wir, dass das Thema immer mehr auch in der realen Wirtschaft ankommt. Europas größte Akku-Recycling-Anlage - das norwegische Joint-Venture Hydrovolt hat jetzt seinen Betrieb aufgenommen. Das Unternehmen ist Stand jetzt dazu in der Lage 12.000 Tonnen Altakkus pro Jahr zu verwerten. Das sind in etwa 25.000 EV-Akkus. Lange Zeit war diskutiert worden, wie viel von den Akkus man denn tatsächlich recyceln kann. Die Antwort liefert nun die neue Anlage, es sind beeindruckende 95 % aller Rohstoffe, also Kunststoffe, Kupfer, Aluminium und schwarze Masse, das ist ein pulverförmiger Reststoff, bestehend aus Nickel, Mangan, Kobalt und Lithium.

Das ist die gute Nachricht – aber 25.000 Elektroautos kommen schnell zusammen pro Jahr, daher will Hydrovolt die Kapazität immer weiter steigern und 2025 sollen bereits 70.000 Tonnen und 2030 sogar 300.000 Tonnen Altakkus pro Jahr recycelt werden können, was in etwa 500.000 EV-Akkus entspricht. Damit ist das Gleichgewicht in der Galaxis wieder hergestellt. Die Tesla Giga Factory Berlin produziert dann im Jahr 500.000 Elektroautos und Hydrovolt recycelt 500.000 - Der ewige Kreislauf - Interessant ist vor allem die schwarze Masse, da hier mit Recycling die Abhängigkeit vom Bergbau verringert wird. Was allein das Thema schwarze Masse angeht, wird erwartet, dass bis 2025 jährlich mehr als 2.000 Tonnen schwarze Masse produziert werden.

Umweltbonus Deutschland

Und eine schlechte Nachricht gibt es noch zum Thema Umweltbonus in Deutschland – hier hat es einen Antrag gegeben, als Stichtag für den Erhalt der Prämie nicht das Datum der Zulassung, sondern das Kaufdatum heranzuziehen. Die CDU/CSU hat hierfür im Deutschen Bundestag einen entsprechenden Antrag eingereicht, welcher nun aber abgelehnt wurde. Leider sehr ärgerlich für Besteller von Elektroautos, die natürlich eine gewisse Sicherheit haben wollen, ob sie denn mit dem Umweltbonus rechnen dürfen oder nicht, schließlich geht es um 9.000 €. Um dennoch Sicherheit zu bieten, bieten manche Hersteller in Deutschland Liefergarantien, sodass eine Übergabe bei bestimmten Modellen jedenfalls noch vor Jahresende 2022 zu schaffen ist, um eben noch in den Genuss der Förderung zu kommen. Wir hatten über die neuen Förderungen in Deutschland ab 2023 bereits berichtet. Liefergarantien sind schön und gut, aber wenn das Auto aus irgendwelchen Gründen doch nicht kommt, hilft uns das auch nicht, um die hohe Fördersumme zu erhalten. Bei INSTADRIVE gibt es daher die BAFA-Garantie – zwar nur für all jene Fahrzeuge die laut Lieferzeit noch 2022 kommen sollen, aber falls nicht, springt Instadrive für seine Kunden in die Bresche und der kalkulierte Preis samt großer BAFA-Förderung bleibt auch 2023 erhalten. Das ist begrüßenswert, noch dazu kümmert sich Instadrive um die Abwicklung, es gibt einen kalkulierbaren Fixpreis, wo bereits alles inkludiert ist außer Strom. Unter diesem Link erhält man bei Abschluss noch zusätzlich 5000 Freikilometer.


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