Hyundai Ioniq Elektro Wartungskosten

Was kostet der Service beim Hyundai Ioniq Elektro tatsächlich und wo sind die Schwachstellen?

Kosten Service und Hauptuntersuchung/Begutachtung

Den Hyundai Ioniq Elektro gab es seit Herbst 2016 bei uns; 2022 wurde die Produktion eingestellt. Seine besondere Stärke ist die Effizienz, wie sieht es jedoch mit der Wartung aus?
Wir haben eigene Daten aus der Instadrive-Flotte benutzt, um die durchschnittlichen Wartungskosten zu ermitteln und haben uns mit den Wartungsexperten von Instadrive zusammengesetzt, um euch nun alle Kosten und Auffälligkeiten zu präsentieren.

Hyundai schreibt für den Ioniq Elektro ein Serviceintervall von 15.000 km oder 12 Monaten vor. Das Fahrzeug muss einmal jährlich in die Werkstatt, außer man fährt mehr als 15.000 km im Jahr, dann sollte man schon früher kommen.

Bei der allerersten Wartung des Ioniq Elektro lagen die Kosten zwischen 80 € brutto bis hin zu 171,60 €. Das ist doch eine große Spanne und 171 € für ein Elektroauto-Erstservice, das ist schon außerordentlich hoch. Allerdings ist die Mehrheit der Erstservicekosten näher am unteren Rand angesiedelt, sodass der Mittelwert unserer Ioniq-Erstservices bei 104,40 € liegt. Beim Modelljahr 2017, das umgangssprachlich gerne als Vorfacelift oder schlicht VFL bezeichnet wird, liegen die durchschnittlichen Servicekosten bei der Erstwartung sogar bei nur 83,48 € und das ist ein vergleichsweise niedriger Betrag.
Beim Erstservice dürfte aber auch noch kaum etwas kaputt sein, da geht es eher um die Überprüfung, oft nur eine Sichtprüfung, von einigen sicherheitsrelevanten Teilen wie den Reifen, Bremsen, Licht und dergleichen. Außerdem wird dabei meistens auch dem Navigationssystem ein Update spendiert, sofern ein solches verfügbar ist. Over-the-air-Updates sind beim Ioniq Elektro leider noch nicht möglich.
Lasst euch beim Erstservice von eurer Werkstatt nicht abzocken. Wir haben bei den Rechnungspositionen schon einen Ölwechsel gefunden, den es beim Elektroauto natürlich nicht gibt. Also Achtung. Ein Elektroauto hat prinzipiell viel weniger Teile die regelmäßig gewartet werden müssen und daher müssen die Wartungskosten niedriger sein als bei einem Verbrenner.

Jetzt zum Zweitservice im 2. Jahr oder nach 30.000 km:
Die Preisspanne liegt hier zwischen 82,08 € und 214 €. Also wieder ein großer Unterschied. Wobei das Fahrzeug, bei dem die Kosten bei 214 € lagen, erst verspätet bei 44.406 km beim Zweitservice war, was die höheren Kosten zur Folge gehabt hat. Am aussagekräftigsten ist es daher immer, einen Mittelwert über alle Fahrzeuge in der Flotte zu berechnen und da kommen wir auf einen durchschnittlichen Wartungspreis von 137,37 €. Damit sind die Kosten bei der zweiten Wartung um 31,58 % höher als beim Erstservice.

Wir kommen zum Drittservice, der Ioniq ist nun entweder schon maximal 3 Jahre alt oder hat bis zu 45.000 km auf dem Tacho. Wir haben sogar einen Ioniq gefunden, der nach 3 Jahren schon 99.000 km gefahren war. Elektrisch fahren ist einfach schön.
Die Preisspanne beim dritten Service reicht von 89,10 € bis 147 € und liegt damit deutlich unter den teuersten Rechnungen des Erst- und Zweitservice. Der Durchschnittswert liegt bei 122,66 € und damit um 10,7 % unter dem Durchschnittswert beim Zweitservice.

Da die ersten Fahrzeuge beim Drittservice nun schon 3 Jahre alt sind, fällt auch das erste Mal die Hauptuntersuchung in Deutschland und in Österreich das Pickerl an. Gucken wir einmal, ob es besonders teure Überprüfungen gab:

Der Durchschnittswert aller Inspektionen liegt bei 51,90 € und der Maximalbetrag bei nur 71,23 €, also alles im Rahmen.

Wir gehen ins 4 Jahr oder auf 60.000 km Laufleistung. Hier bezahlt man zwischen 103,50 € und 224 €. Der Durchschnittswert liegt bei 136,14 €.

Im 5. Jahr gibt es noch nicht genügend Fahrzeuge in der Flotte, um euch wirklich einen validen Wert zu nennen. Wir liegen hier zwischen 140 und 150 €. Die Fahrzeuge sind ca. 75.000 km gefahren, eins sogar 86.700 km. Hier werden wir gegebenenfalls die Daten nachreichen, sobald mehr Ioniq Elektro beim 5. Service waren.

Garantie und Schwachstellen des Hyundai Ioniq Elektro

Vorab zur Garantie:
Auf den Hyundai Ioniq Elektro gibt es eine Garantie auf das Fahrzeug von 5 Jahren sowie eine Durchrostungsgarantie von ebenfalls 5 Jahren. Auf den Hochvoltakku hingegen beträgt die Garantie 8 Jahre oder 200.000 km, je nachdem, was zuerst eintritt. Damit der Akku auf Garantie getauscht wird, muss der State-of-health (SOH) bei unter 70 % liegen.
Ein paar Ioniqs mit solch hohen Laufleistungen gibt es ja bereits, hier lag der SOH durchgängig bei deutlich über 70 %, meist sogar im Bereich von etwa 90 %.

Auffälligkeiten:

Die häufigsten Positionen auf den Rechnungen sind der Tausch des Pollenfilters und der Wischerblätter. Das ist klar, das wird standardmäßig gemacht, auch wenn es noch nicht unbedingt notwendig ist.
Des Weiteren wurde der Tausch der 12-V-Batterie öfter aufgeführt. Die 12-V-Batterie dürfte beim Ioniq Elektro also doch eine Schwachstelle sein. Hier handelt es sich aber nicht um die Antriebsbatterie, also Hochvoltbatterie, sondern lediglich um die herkömmliche 12-V-Batterie, welche wir auch aus Verbrennern kennen.
Ja, ein Elektroauto hat 2 Batterien – eine davon ist die klassische 12-V-Batterie. Warum macht man das: Im Elektroauto benötigt nur der Antrieb eine Hochvoltversorgung – aber Licht, Fensterheber und dergleichen arbeiten weiterhin mit 12-V-Spannung. Und da ist es effektiver, einfach eine übliche 12-V-Batterie wie bisher einzubauen, anstatt die Spannung des Hochvoltakkus herunterzuregeln. Ein kleiner Nachteil dabei ist, dass auch das Starten des Autos über die 12-V-Batterie läuft, also ähnlich wie beim Verbrenner, was zur Folge hat, dass der 12-V-Akku entladen sein kann und man trotz vollem Hochvoltakku das Auto nicht starten kann. Hyundai hat beim Ioniq Elektro eine clevere Funktion eingebaut, die die 12-V-Batterie auch beim Parken permanent überwacht und bei Notwendigkeit durch den Hochvoltakku nachlädt, um eben zu verhindern, dass sich der 12-V-Akku zu stark entlädt. Das Feature funktioniert beim Ioniq Elektro unseres Wissens nach jedoch nur bei einem Hochvoltladestand von mindestens 20 %. Das Wechseln der 12-V-Batterie hat laut Rechnungen maximal 159,50 € ausgemacht.

Kommen wir nun zum Naviupdate, das gab es aber immer kostenlos.
Auch die Schlüsselfernbedienung taucht immer wieder mal auf – da wurden die Batterien gewechselt für rund 2 €.
Die Bremsscheiben wurden in der gesamten Flotte nur bei einem Auto getauscht für 152,60 €.
Bremsscheiben und -beläge kommen bei Elektroautos generell sehr lange durch, da man in der Regel zum Verzögern primär die Rekuperation nutzt.
Bei dem einen Instadrive-Modell, wo die Bremsscheiben getauscht werden mussten, war dies bei gerade einmal 35.714 km der Fall. Hier schätzen wir, dass die Bremsen noch nicht abgenutzt gewesen sind, sondern sie wurden im Gegenteil zu wenig verwendet, was für Bremsen auch nicht gut ist. Denn dann kann es tatsächlich passieren, dass die Bremsen zu rosten beginnen. Wenn es anfangs nur leichter Flugrost ist, kann man das noch selbst leicht beheben, indem man auf der Autobahn von einer sehr hohen Geschwindigkeit einmal stärker abbremst, wenn niemand hinter einem ist. Doch wenn die Bremsen einmal durchgerostet sind, dann bleibt nur noch der Tausch, und genau das scheint wohl hier der Fall gewesen zu sein.

Die Bremsflüssigkeit wurde öfter gewechselt, das würden wir jetzt aber nicht zu den Schwachstellen zählen.

Schauen wir einmal, was es abseits der Wartung für Auffälligkeiten gab.
Bei den Vorfacelift-Modellen gab es öfter Probleme mit der Ladebuchsenverriegelung, konkret dass das Auto das Ladekabel nicht verriegelt. Das führt dazu, dass man den Ioniq nicht mehr laden kann. Die Ursache hier ist ein kleiner Stellmotor, welcher die Mechanik steuert.

Auch ein defektes Radio wurde des Öfteren gemeldet. Dadurch kann man keine Musik mehr hören, die Fernsprecheinrichtung funktioniert nicht mehr, und auch nicht die akustischen Ansagen des Navis.
Hier sollte man Defekte so schnell wie möglich Hyundai melden, denn auf das Infotainment gibt es nur eine begrenzte Garantie von 3 Jahren und die Kosten für das Ersatzteil liegen wohl im Bereich um die 2.500 €, exklusive Einbaukosten.


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